Kunststoffrohre erfüllen viele Zwecke, weshalb sich ihre Ausführungen deutlich unterscheiden. Dieser Beitrag stellt die wichtigsten Arten samt Durchmessern vor und gibt praktische Tipps für Kauf und Einsatz.

Einsatzzwecke

Kunststoffrohr in Orange, Blau und Grün

Rohre aus Kunststoff dienen unter anderem dem Ableiten von Abwasser. Wo Metallrohre im feuchten Erdreich rosten würden, ist Kunststoff widerstandsfähig, säurebeständig und je nach Typ hitzebeständig. Die Farbe gibt oft einen ersten Hinweis auf die Funktion: Das orange Kanalgrundrohr ist für den erdverlegten Bereich außerhalb des Gebäudes vorgesehen. PVC-Rohre kommen etwa als Fallrohre an Dachrinnen zum Einsatz und leiten Regenwasser nach unten, das sich in einen Kanal führen oder zum Gießen auffangen lässt.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Kunststoffrohre sind korrosionsbeständig, flexibel verlegbar und für viele Zwecke von Abwasser bis Regenwasser geeignet.
  • KG-Rohre für den erdverlegten Kanalbereich und HT-Rohre für den Hausbereich sind in genormten Durchmessern erhältlich.
  • Der passende Querschnitt richtet sich nach der geforderten Durchflussmenge.
  • Bei Abwasserleitungen ist das richtige Gefälle entscheidend, damit nichts hängen bleibt.
  • Die Farbe kann auf die Funktion hinweisen oder das Rohr vor Lichteinfluss schützen.

Zusammenbau und Normen

Kunststoffrohre lassen sich nicht nur gerade verlegen, sondern auch um Ecken und Bögen führen. Passende Eckstücke und Winkel aus dem Fachhandel meistern diese Passagen, und zu lange Rohre lassen sich absägen und anpassen. Diese flexible Verlegung macht Kunststoffrohre besonders praktisch. Für KG-Rohre (Kanalgrundrohre) sind folgende Querschnitte genormt:

DN (Nennweite)

Außendurchmesser in mm

Innendurchmesser in mm

600 630 599
500 500 476
400 400 379
300 315 299
250 250 237
200 200 190
150 160 152
125 125 118
100 110 104

Für HT-Rohre (Hochtemperaturrohre) im Hausbereich sind verschiedene Außendurchmesser verfügbar, etwa 160, 110, 75, 50 und 32 Millimeter.

Tipps zu Kauf und Einsatz

Der Querschnitt ist passend zu den Anforderungen zu wählen. Nehmen Sie sich Zeit für die Berechnung des richtigen Durchmessers, denn ein zu kleines Rohr staut, ein zu großes ist unnötig teuer. Um das Austreten von Wasser an unerwünschten Stellen zu verhindern, lassen sich die Rohre abdichten. Das ist besonders bei hohem Wasserdruck, in empfindlicher Umgebung oder im Erdreich wichtig. Einfache Systeme wie Fallrohre werden ineinandergesteckt und halten dank aufeinander abgestimmter Durchmesser.

Das Gefälle als wichtiger Faktor

Beim Verlegen von Abflussrohren ist das Gefälle entscheidend. Je steiler, desto schneller fließt das Wasser ab. Ist das Gefälle zu flach, ist der Einfluss der Reibung zu groß und Schmutzpartikel bleiben hängen. Bei Abwasser aus dem Haus können Ablagerungen zu Rückstau und Verstopfung führen. Daher sind je nach Anforderung Mindest- und Höchstgefälle definiert. Beim Kauf sind Gefälle und horizontale Strecke zu berücksichtigen, um die passende Rohrlänge zu ermitteln. Als grobe Abschätzung lässt sich die Länge über den Satz des Pythagoras berechnen, bei dem horizontale Distanz, Höhenunterschied und Rohrlänge die drei Seiten eines Dreiecks bilden.

Die Farbe des Rohrs

Die Farbe kann auf den Nutzen hinweisen, dient aber auch der optischen Anpassung, etwa mit einem weißen Rohr. Ein transparentes Rohr erlaubt die Sichtkontrolle des durchfließenden Mediums, sodass sich Verunreinigungen leicht erkennen lassen. Ein schwarzes Rohr schützt den Inhalt vor Lichteinfluss und kann bei Sonneneinstrahlung zugleich eine Erwärmung bewirken. Wer diese Eigenschaften kennt, wählt für jeden Zweck das passende Rohr und vermeidet spätere Probleme mit Rückstau, Undichtigkeit oder falschem Material. Im Zweifel hilft ein Blick in die einschlägigen Normen oder die Beratung im Fachhandel weiter.

Materialien und ihre Eigenschaften

Kunststoffrohre bestehen je nach Einsatzzweck aus unterschiedlichen Materialien. Weit verbreitet sind PVC, das sich durch hohe Beständigkeit auszeichnet, sowie Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP), die flexibel und schlagzäh sind. Für Abwasserleitungen im Hausbereich kommen häufig HT-Rohre aus Polypropylen zum Einsatz, die hohe Temperaturen aushalten. Im erdverlegten Kanalbereich dominieren die robusteren KG-Rohre. Wer das passende Material wählt, muss also nicht nur den Durchmesser, sondern auch die zu erwartende Temperatur und Belastung berücksichtigen.

Ein Vorteil aller Kunststoffrohre gegenüber Metall ist die Korrosionsbeständigkeit. Sie rosten nicht, sind leicht und lassen sich einfach verarbeiten. Nachteilig kann bei einigen Typen die Empfindlichkeit gegenüber dauerhafter UV-Strahlung sein, weshalb im Außenbereich oft dunkle oder speziell stabilisierte Rohre verwendet werden.

Verbindungstechniken

Für die Verbindung von Kunststoffrohren gibt es je nach Typ mehrere Verfahren. Steckverbindungen mit Dichtring sind bei Abwasserrohren üblich und schnell montiert. Für dauerhaft dichte Verbindungen, etwa bei Druckleitungen, kommen Klebe- oder Schweißverfahren zum Einsatz, bei denen die Rohrenden stoffschlüssig verbunden werden. Wichtig ist, dass die verwendeten Fittings und Dichtungen zum Rohrtyp passen und für den Einsatzzweck zugelassen sind.

Beim Verlegen sollten Sie auf saubere, gratfreie Schnittkanten achten und die Rohre nicht unter Spannung montieren, da sich Kunststoff mit der Temperatur ausdehnt. Mit der richtigen Materialwahl, dem passenden Durchmesser und einer sauberen Verbindungstechnik sind Kunststoffrohre eine langlebige und wartungsarme Lösung für zahlreiche Anwendungen rund ums Haus.

Wer sich vor dem Kauf kurz mit Material, Durchmesser, Gefälle und Verbindungstechnik beschäftigt, erspart sich später aufwendige Nacharbeiten und erhält eine dauerhaft dichte und funktionssichere Installation.

Im Zweifel gibt der Fachhandel oder ein Installateur Auskunft darüber, welches Rohr und welche Verbindungstechnik sich für das jeweilige Vorhaben am besten eignen.