Lochfraß führt bei stärkerer Ausbreitung zur Beschädigung ganzer Bauteile bis hin zur Zerstörung einer Heizungsanlage. Diese besondere Form der Korrosion frisst sich punktuell und oft unbemerkt in die Metalloberfläche. Dieser Beitrag erklärt, warum Heizungsbauteile anfällig sind, wie sich Lochfraß erkennen lässt und mit welchen Maßnahmen Sie ihm vorbeugen.

Lochfraß bei Heizungszubehör

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Lochfraß ist eine punktuelle Korrosion, die sich trichterförmig in die Metallsubstanz frisst und schwer zu erkennen ist.
  • Betroffen sind vor allem Edelstahl sowie Kupfer-, Aluminium- und Magnesiumlegierungen in wasserführenden Systemen.
  • Sauerstoffgehalt, pH-Wert und die Wasserhärte des Heizwassers sind die entscheidenden Einflussgrößen.
  • Erste Anzeichen sind bräunliche oder gelbliche Laufspuren sowie pustelartige Erhebungen, besonders an Kupfer.
  • Vorbeugen lässt sich durch niedrigere Temperaturen, geringere Strömungsgeschwindigkeit, aufbereitetes Wasser und die richtige Werkstoffwahl.

Warum ist Heizungszubehör anfällig für Lochfraß?

Legierungen unterbinden den Rostbefall metallischer Heizungsbauteile weitgehend. Beim Kontakt mit Sauerstoff bildet sich auf der Metalloberfläche ein schützender Film, die sogenannte Passivschicht. Sie besteht aus etwa 5 bis 50 übereinanderliegenden Atomlagen. Viele Metalle besitzen zudem die Eigenschaft der Selbstheilung: Wird die Schutzschicht beschädigt, verschließt sie sich durch Oxidation an der Luft von selbst wieder.

In der Heiztechnik kommen häufig Kupfer- und Edelstahlrohre zum Einsatz. Diese besitzen die Selbstheilungseigenschaft nur eingeschränkt oder gar nicht. Auch rostfreie Stähle können der Lochfraßkorrosion zum Opfer fallen. In der Oxidschicht bilden sich dann sehr kleine, stabile Löcher von wenigen Mikrometern Durchmesser, die sich trichterförmig in die Tiefe ausbreiten. Der geringe Durchmesser hält frischen Sauerstoff ab, sodass der Lochfraß von innen heraus fortschreitet.

Anfällige Metalle und Ursachen

Lochfraß tritt an rostfreien Stählen, an Aluminium- und Magnesiumlegierungen sowie an kupferhaltigen Legierungen in Systemen zur Wasserzirkulation auf. Bei rostfreien Stählen sind Chrom und Nickel wichtige Legierungspartner. Dem Lochfraß bei Edelstahl lässt sich durch die Zugabe von Molybdän entgegenwirken, das die Widerstandskraft der Legierungsoberfläche stärkt.

Sauerstoff und der pH-Wert des Wassers sind bei Kupferrohrleitungen die entscheidenden Faktoren. Ein hoher Sauerstoffgehalt bei geringer Wasserhärte behandelt die Kupferlegierung eher schonend. Als kritisch gilt dagegen erwärmtes, sauerstoffarmes und leicht saures Heizwasser, wie es sich in geschlossenen Heizsystemen kaum vermeiden lässt und den Lochfraß an Kupferrohren begünstigt.

Wie lässt sich Lochfraß erkennen?

Die Lochfraßkorrosion ist gefürchtet, weil sie sich selbst bei offen zugänglichen Bauteilen erst spät zeigt. Die Löcher in der Oberfläche haben einen kleineren Durchmesser als feine Nadeln. In einem Wassersystem sind die frühesten Spuren oft feine bräunliche oder gelbliche Laufspuren. Sie entstehen, wenn Wasser aus dem kraterförmigen Untergrund austritt und dabei Rostpartikel ausspült. Je nach Strömungsverhalten bilden sich auch gelbliche Flecken.

Insbesondere an Kupferrohren entstehen mitunter pustelartige Erhebungen. Im fortgeschrittenen Stadium brechen die Kuppen über den Löchern zu halbkugelförmigen Mulden zusammen, häufig begleitet von grünlichen und bläulichen Verfärbungen. Finden sich auf glatten Rohroberflächen solche Verfärbungen oder Pusteln, sollten Sie diese entfernen. Mit einer Lupe lässt sich dann prüfen, ob es sich um äußere Verschmutzung oder tatsächlich um Lochfraß handelt.

Lochfraß vorbeugen

Eine einzelne, allgemeingültige Ursache für Lochfraß gibt es bislang nicht. Bekannt ist nur, welche Faktoren das Phänomen begünstigen. Entsprechend reichen die Gegenmaßnahmen von einfachen Eingriffen bis zu aufwendigen Verfahren. Zu den bewährten Maßnahmen zählen:

  • die Wassertemperatur senken
  • die Strömungsgeschwindigkeit des Wassers reduzieren
  • hartes Wasser enthärten
  • korrosionshemmende Zusätze in geeigneten Fällen einsetzen
  • neu verlegte Rohrinnenwände vor der Inbetriebnahme gründlich spülen
  • Löt- und Schweißverbindungen sorgfältig prüfen

Auch die Werkstoffwahl wirkt vorbeugend. Unterschiedliche Metalle reagieren verschieden empfindlich auf bestimmte Parameter, weshalb sich die Materialauswahl an der jeweiligen Funktion der Leitung orientieren sollte. Feuerverzinkte Stahlrohre etwa eignen sich für kaltes Wasser, halten warmem und heißem Wasser aber oft nicht stand. Bei Trinkwasserleitungen ist zusätzlich zu beachten, dass Veränderungen keine wichtigen Funktionen beeinträchtigen dürfen, etwa die Mindesttemperatur zur Vermeidung von Legionellen.

Die Rolle der Wasserqualität

Ein wesentlicher Hebel gegen Lochfraß ist die Qualität des Heizwassers. Salzarmes, sauerstoffarmes und richtig eingestelltes Wasser reduziert das Korrosionsrisiko deutlich. Deshalb sollte bei jedem Heizungstausch das Füllwasser geprüft und bei Bedarf aufbereitet werden. Wer regelmäßig große Mengen frisches Leitungswasser nachfüllt, bringt jedes Mal neuen Sauerstoff und neue Härtebildner ins System und erhöht damit die Gefahr. Eine fachgerechte Wasseraufbereitung zahlt sich langfristig aus, weil sie nicht nur Lochfraß, sondern auch Kalkablagerungen und andere Korrosionsschäden verhindert und so die Lebensdauer der Anlage verlängert.

Wann ein Fachbetrieb gefragt ist

Zeigt sich an einer sichtbaren Leitung ein Verdacht auf Lochfraß, sollten Sie nicht abwarten. Einmal begonnen, schreitet die Korrosion von innen fort und ist von außen kaum zu stoppen. Ein Fachbetrieb kann das betroffene Rohrstück beurteilen, austauschen und die Ursache eingrenzen. Häufig lohnt es sich, bei dieser Gelegenheit die Wasserqualität prüfen zu lassen, denn Lochfraß ist selten ein Einzelfall: Was ein Rohr angreift, belastet meist das gesamte System. Wird die Ursache im Heizwasser gefunden und behoben, lassen sich weitere Schäden vermeiden. Gerade in älteren Anlagen mit gemischten Werkstoffen, in denen Kupfer, Stahl und Aluminium aufeinandertreffen, ist eine fachkundige Beurteilung sinnvoll, um galvanische Korrosion und Lochfraß zugleich in den Griff zu bekommen.

Wer bei Neubau oder Sanierung von vornherein auf aufeinander abgestimmte Werkstoffe und aufbereitetes Heizwasser achtet, senkt das Lochfraßrisiko deutlich und verlängert die Lebensdauer der gesamten Installation spürbar.