Eine Fußbodenheizung bietet hohen Komfort. Neben der bekannten warmwasserbasierten und der klassischen elektrischen Variante gewinnt auch die Infrarot-Fußbodenheizung an Bedeutung. Wir stellen diese Variante mit Aufbau, Verlegung und Kosten näher vor.

Das Wichtigste auf einen Blick
- Die Infrarot-Fußbodenheizung nutzt dünne, elektrisch betriebene Heizfolien, die Strahlungswärme abgeben und sich als Haupt- oder Zusatzheizung eignen.
- Die zulässige Leistung je Quadratmeter hängt vom Bodenbelag ab. Wichtig sind die passenden Mindestabstände und eine Trittschalldämmung unter der Folie.
- Da sie mit Strom heizt, sind die Betriebskosten hoch. Wirtschaftlich ist sie vor allem in gut gedämmten Gebäuden. Als Stromdirektheizung ist sie nicht förderfähig.
Grundlagen zur Infrarot-Fußbodenheizung
Eine Infrarotheizung gibt Wärme in Form von Strahlung ab und wird mit Strom betrieben. Eine Infrarot-Fußbodenheizung besteht in der Regel aus rund 0,5 Millimeter dünnen Heizfolien, die sich am Boden, an der Wand oder an der Decke einbauen lassen. Achten Sie auf die Herstellerangaben, etwa den Hinweis, dass die Folie für den Fußbodeneinbau geeignet ist. Die Infrarot-Fußbodenheizung lässt sich als alleinige Heizung oder als Zusatzheizung einsetzen. Die Energieausbeute ist hoch, da nahezu die gesamte zugeführte Energie in Wärme umgewandelt wird, und die diffusionsoffenen Heizbahnen wirken direkt auf dem Mauerwerk der Schimmelbildung entgegen.
Unterschiede zwischen den Ausführungen
Die Carbon-Heizfolie ist in verschiedenen Spannungsvarianten erhältlich, von der 230-Volt-Version bis zu Niedervolt-Varianten. Bei der Auswahl ist auf die Eignung für das deutsche Stromnetz zu achten. Ein weiterer Unterschied ist der Aufbau: Es gibt vollflächige und gestreifte Verlegungen. Auch die Breite variiert, üblich sind 50 bis 100 Zentimeter, teils auch schmalere Bahnen. Die Leistungsaufnahme wird meist in Watt je Quadratmeter angegeben, mit Durchschnittswerten von etwa 100 bis 500 Watt je Quadratmeter.
Aufwärmzeit und Bodenbelag
Über den Heizfolien liegt der eigentliche Bodenbelag, etwa Fliesen. Die Wärmedurchlässigkeit des Materials beeinflusst die Aufwärmzeit ebenso wie die Trittschalldämmung und die Heizleistung. Im günstigsten Fall ist der Boden nach wenigen Minuten warm, unter ungünstigen Bedingungen dauert es bis zu einer Stunde. Die maximal zulässige Leistung hängt vom Bodenbelag ab, wie die folgende Tabelle zeigt:
Bodenmaterial |
Maximale Leistung in W/m² |
| Holzboden | 130 |
| Teppich | 130 |
| Laminatboden | 130 |
| Fliesenboden | 220 |
| Beton | 160 |
Tipps zum Verlegen
Beim Verlegen sind die passenden Mindestabstände zu beachten, grundsätzlich lässt sich die Heizfolie aber über den gesamten Boden auslegen. Aus Sicherheitsgründen empfehlen die meisten Hersteller eine Verlegung unter Möbeln nur, wenn diese mindestens sieben Zentimeter Abstand zum Boden haben, etwa ein Bett auf Füßen mit freiem Raum darunter. Eine vollflächige Carbon-Heizfolie kann teils auch unter feststehenden Möbeln verlegt werden. Unter der Folie empfiehlt sich eine Trittschalldämmung, die Unebenheiten ausgleicht, die Infrarotstrahlung nach oben lenkt und die Energiekosten senkt, während sich Verbinder und Kabel darin versenken lassen.
Kosten und Betrieb
Die Materialkosten hängen von Heizleistung und Fläche ab. Bei 160 Watt je Quadratmeter sind grob rund 30 Euro je Quadratmeter einzuplanen. Für einen Raum von 5 mal 6 Metern, also 30 Quadratmeter, ergeben sich damit Materialkosten von etwa 900 Euro. Zu bedenken sind jedoch die laufenden Betriebskosten: Da die Infrarot-Fußbodenheizung mit Strom heizt und dieser deutlich teurer ist als Gas, sind die Heizkosten vergleichsweise hoch. Wirtschaftlich ist sie vor allem in gut gedämmten Gebäuden oder als Zusatzheizung, und als reine Stromdirektheizung ist sie nicht über die Heizungsförderung förderfähig.
Fazit
Zusammengefasst ist die Infrarot-Fußbodenheizung eine komfortable, flach aufbauende Heizvariante, die über dünne Heizfolien angenehme Strahlungswärme abgibt und sich als Haupt- oder Zusatzheizung eignet. Ihre Stärken sind die einfache Verlegung, die schnelle Wärme und der geringe Aufbau, der auch bei Sanierungen praktisch ist. Wichtig sind die passende Leistung je Bodenbelag, die Mindestabstände und eine Trittschalldämmung. Ihr entscheidender Nachteil sind die hohen Stromkosten, weshalb sie sich vor allem in gut gedämmten Häusern lohnt und als Stromdirektheizung nicht förderfähig ist. Wer diese Punkte beachtet, kann die Vorteile der Infrarot-Fußbodenheizung gezielt nutzen.
Ein praktischer Vorteil der Infrarot-Fußbodenheizung ist ihr geringer Aufbau, der sie besonders für die Sanierung interessant macht, da sich die Raumhöhe kaum verringert. Zudem lässt sich jeder Raum einzeln regeln, sodass nur dort geheizt wird, wo tatsächlich Wärme gebraucht wird. In Verbindung mit einer selbst erzeugten Solarstromanlage können die hohen Stromkosten zumindest teilweise abgefedert werden, was die Wirtschaftlichkeit in gut gedämmten Häusern verbessert.
Vor der Installation sollte die vorhandene Elektroinstallation geprüft werden, da die Heizfolien je nach Fläche eine entsprechende Absicherung und teils eigene Stromkreise benötigen. Auch ein passender Thermostat mit Bodenfühler ist wichtig, um die Temperatur präzise zu regeln und ein Überhitzen des Bodenbelags zu vermeiden. Diese Punkte sollten mit einer Elektrofachkraft abgestimmt werden, damit die Infrarot-Fußbodenheizung sicher und effizient arbeitet.
Bei der Kombination mit einem bestehenden Bodenbelag ist zu beachten, dass sich nicht jedes Material gleich gut eignet, da die zulässige Betriebstemperatur begrenzt ist. Fliesen leiten die Wärme besonders gut, während dicke Teppiche oder bestimmte Vinylböden die Wärmeabgabe bremsen und die zulässige Leistung begrenzen. Ein Blick in die Herstellerangaben zum Bodenbelag hilft, Fehlplanungen zu vermeiden.
Häufige Fragen zur Infrarot-Fußbodenheizung
Wie schnell wird eine Infrarot-Fußbodenheizung warm?
Elektrische Dünnschichtsysteme reagieren innerhalb weniger Minuten, weil sie nah unter dem Bodenbelag liegen und wenig Masse aufheizen. Das macht sie gut regelbar und für einzelne Räume oder die Nachrüstung interessant.
Welcher Bodenbelag eignet sich?
Gut geeignet sind Fliesen und Naturstein, weil sie die Wärme gut leiten. Bei Parkett, Laminat oder Teppich ist auf die Freigabe des Herstellers und die maximale Oberflächentemperatur zu achten.
