Sockelheizung: Platzbedarf, System und Wohnkomfort

sockelheizung fussleiste
Die gute Isolierung vieler Gebäude sorgt für einen niedrigen Energieverbrauch, befördert allerdings häufig auch die Schimmelbildung.

Der Grund: Vor allem an Fenstern kommt es zur Bildung von Kondenswasser, was insbesondere bei unzureichender Belüftung zu Problemen führen kann.
Eine Sockelheizung kann hier Abhilfe schaffen und ist selbst dann noch problemlos

montierbar, wenn der Platz nicht für einen konventionellen Heizkörper ausreicht. Was sollten Sie zu diesem Heizungstyp wissen?

Flexible Fußleistenheizung spart Platz

Die Sockelheizung wird häufig auch als Fußleistenheizung bezeichnet, was den Einbauort verdeutlicht: Beinahe unsichtbar wird die Wärme gut verteilt am Sockel der Wand in den Raum geführt. Die Tiefe der hinter der Fußleiste einbauten Heizelemente beträgt gerade einmal 30 mm. Zudem wird selbstverständlich der Platz eingespart, den ein herkömmlicher Radiator einnehmen würde.

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Dabei muss zwischen zwei verschiedenen System unterschieden werden: Es gibt die Sockelheizung, die elektrisch betrieben wird und die Sockelheizung, die wasserführend ist. Erstere ist vor allem bei energetisch sanierten Altbauten leichter und kostengünstiger nachzurüsten.

Wasserführende Systeme langfristig günstiger

Die Kosten liegen bei einem Haus mit einer Wohnfläche von 100 m² bei etwa 3.000 bis 6.000 Euro, wenn das Heizsystem über sämtliche Wände geführt werden soll. Dabei variieren die Kosten je nachdem, ob eine wasserführende oder elektrische Heizung gewählt wird. Grundsätzlich sollte bei der elektrischen Variante bedacht werden, dass die Betriebskosten weitaus höher ausfallen:

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Der Betrieb einer Ölheizung kostet bei einem realistischen Heizbedarf von etwa 10.000 kWh rund 800 Euro jährlich. Sofern ein Strompreis von 28 Cent angenommen wird, müssten bei einer elektrischen Heizung rund 2.800 Euro laufende Kosten im Jahr einkalkuliert werden.
Soll das ganze Haus mit diesem Heizungstyp ausgestattet werden, ist die etwas höhere Investition in die wasserführende Variante vermutlich die bessere Wahl.

Heizungsnachrüstung mit energetischer Sanierung verbinden

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Im Unterschied zur Nachrüstung einer Fußbodenheizung ist der Sanierungsaufwand allerdings niedriger. Die Kosten für eine Sockelheizung fallen auch deshalb vergleichsweise gering aus, weil es sich um einfache Module handelt, die zusammengesteckt werden können.

Ein gesondertes Verlegen von Wasserleitungen ist damit nicht zwingend notwendig, ebenso muss der Estrich nicht aufgestemmt werden. Zudem ist eine Kopplung an den bestehenden Heizungstyp unproblematisch, sodass keine besonderen technischen Voraussetzungen erfüllt werden müssen. Eine gute Wärmeisolierung ist allerdings Pflicht, denn sonst wird ein zu großer Anteil der Wärmeenergie Richtung Außenwand abgestrahlt.

Fußleistenheizung erhöht Wohnkomfort

Mit berücksichtigt werden sollte bei der Betrachtung des Heizungstyps allerdings auch ein Komfort-Gewinn:
Der Heizungstyp gibt die Wärme hauptsächlich als Strahlungswärme ab, was unangenehme Luftumwälzungen im Raum verhindert. Zudem erfolgt die Erwärmung schneller und gleichmäßiger, da die Entfernung zur Heizung insgesamt kleiner ausfällt. Bereits erwähnt wurde der Vorteil, dass der komplette Raum erfasst und so der Schimmelbildung vorgebeugt wird.

Platzsparende Kickspace-Sockelheizung für Küchen

Speziell als Sockelheizung für die Küche werden auch sogenannte Kickspace-Heizungen angeboten. Dabei handelt es sich um sehr platzsparende und effektive Systeme, die sich in dem Freiraum unter Küchengeräten wie dem Geschirrspüler integrieren lassen. Dabei wird das Heizelement als Kassette in den Hohlraum geschoben. Nur wenige Heizschlitze verraten, dass hinter der Verblendung eine Heizung eingebaut wurde.

Abgesehen von der Platzersparnis dürfte auch der Preis der Kickspace Sockelheizung überzeugen:

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Bereits zwischen 500 und 1.000 Euro kann eine solche Heizung in Abhängigkeit von der Leistung angeschafft werden. Dabei ist es möglich, die Kickspace-Heizung in das bestehende Heizsystem zu integrieren – und den Aufwand für die lohnenswerte Umrüstung gering zu halten.