bhkw funktionsweise

Bei der Suche nach dem passenden BHKW-Hersteller hilft ein klarer Anforderungskatalog. Am Markt sind zahlreiche Anbieter tätig, die sich auf Systemarten, Leistungsklassen und Brennstoffe spezialisiert haben. Dieser Ratgeber gibt einen Überblick über bekannte Hersteller, die Wirtschaftlichkeit und die Förderung.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • In Deutschland sind zahlreiche BHKW-Hersteller tätig; ein Anforderungskatalog mit Bedarf, Brennstoff und Platz hilft bei der Vorauswahl.
  • Für den privaten Bereich sind vor allem Mikro- und Mini-KWK-Anlagen relevant, etwa der Dachs von SenerTec oder Geräte von Vaillant und Viessmann.
  • Für den erzeugten Strom gibt es einen KWK-Zuschlag; Brennstoffzellen-BHKW sind zusätzlich über die Bundesförderung förderfähig, Motor-BHKW dagegen nicht.

Den passenden Hersteller finden

Um unter den zahlreichen Anbietern den passenden BHKW-Hersteller zu finden, empfiehlt sich ein Anforderungskatalog. Dieser erfasst technische Faktoren wie Größe und Raummaße, die Brennstoffwahl und die Verfügbarkeit sowie Variablen wie die Personenzahl im Haushalt, die Anwesenheitszeiten und den individuellen Heiz- und Strombedarf. Mit diesem Katalog als Filter lässt sich aus den vielen Anbietern eine erste Auswahl derjenigen treffen, die ein passendes System führen. Da sich fast alle Hersteller spezialisiert haben, sollten Sie zuerst nach den technischen Anforderungen filtern und erst dann auf die Namen schauen.

Bekannte BHKW-Hersteller

In Deutschland sind zahlreiche Hersteller von Blockheizkraftwerken tätig, darunter auch bekannte Heizungsbauunternehmen. Zu den verbreiteten Anbietern für Anlagen im privaten Bereich, meist im Segment der Mikro-Kraft-Wärme-Kopplung, gehören unter anderem:

Diese Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und orientiert sich vor allem an Anlagen im Leistungsbereich bis etwa fünf Kilowatt. Einer der marktführenden Anbieter für Ein- bis Zweifamilienhäuser ist das bayerische Unternehmen SenerTec mit seinem Mikrokraftwerk Dachs, das je nach Anlagenumfang und Leistung grob ab 12.000 Euro kalkuliert werden kann und für Erd- und Flüssiggas, Biodiesel sowie Heizöl erhältlich ist.

Wirtschaftlichkeit und Dimensionierung

Wer ein Blockheizkraftwerk plant, kommt um eine Wirtschaftlichkeitsberechnung nicht herum, denn die Dimensionierung hat großen Einfluss auf die späteren Betriebskosten. Anders als bei anderen Heizungssystemen stehen den Ausgaben auch Einnahmen gegenüber: der selbst verbrauchte Strom spart Einkaufskosten, hinzu kommen Steuervorteile, der KWK-Zuschlag und Einspeisevergütungen. Ein BHKW arbeitet am wirtschaftlichsten, wenn es möglichst viele Betriebsstunden erreicht und ein hoher Anteil des Stroms selbst genutzt wird. Der Anschaffungspreis ist nur eine grobe Orientierung, da individuelle Anpassung und Montage die Kosten stark beeinflussen. Eine sorgfältige Planung durch einen Fachbetrieb ist daher entscheidend.

So funktioniert ein Blockheizkraftwerk

Ein Blockheizkraftwerk beruht auf dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung: Ein Motor oder eine Brennstoffzelle erzeugt Strom, und die dabei entstehende Abwärme wird nicht ungenutzt abgegeben, sondern zum Heizen und für die Warmwasserbereitung verwendet. Dadurch erreicht ein BHKW einen sehr hohen Gesamtwirkungsgrad, da sowohl der Strom als auch die Wärme genutzt werden. Bei einem Motor-BHKW treibt ein Verbrennungsmotor einen Generator an, während die Motorwärme über einen Wärmetauscher in den Heizkreislauf gelangt. Bei einer Brennstoffzelle entsteht der Strom dagegen über eine chemische Reaktion. Damit ein BHKW wirtschaftlich arbeitet, sollte es möglichst viele Betriebsstunden erreichen, weshalb es sinnvoll dimensioniert und meist auf den Grundlastbedarf ausgelegt wird. Für Verbrauchsspitzen sorgt häufig ein zusätzlicher Spitzenlastkessel. Ein Pufferspeicher entkoppelt die Wärmeerzeugung vom Verbrauch und erhöht so die Laufzeit und Effizienz der Anlage.

Brennstoffe und Standort

Die Kraft-Wärme-Kopplung lässt sich mit vielen fossilen und regenerativen Brennstoffen betreiben. Wer sich für regenerative Energie entscheidet, kann etwa ein Holzgas-BHKW wählen; solche Anlagen sind im unteren Leistungsbereich allerdings meist nicht rentabel und lohnen sich eher für größere Objekte mit hohem Bedarf, etwa ländliche Mehrfamilienhäuser oder landwirtschaftliche Betriebe. Bei der Auswahl spielen daher neben den technischen Spezifikationen auch die Bezugs- und Lagermöglichkeiten des Brennstoffs sowie die Wohnsituation eine Rolle: In ländlichen Gebieten sind andere Brennstoffe vorteilhaft als in der Stadt. Der Markt für Heizkraftwerke entwickelt sich zudem stetig weiter, etwa durch die Einbindung in innovative Konzepte wie virtuelle Kraftwerke.

Mikro-KWK für den privaten Bereich

Für Ein- und Zweifamilienhäuser ist vor allem die Mikro-Kraft-Wärme-Kopplung interessant, also kleine Anlagen mit einer elektrischen Leistung bis etwa fünf Kilowatt. Diese Geräte sind auf den typischen Wärmebedarf eines Haushalts zugeschnitten und erzeugen nebenbei Strom, der den Bezug aus dem Netz reduziert. Der Dachs von SenerTec ist ein bekanntes Beispiel für ein solches Mikrokraftwerk, das je nach Ausführung mit verschiedenen Brennstoffen betrieben werden kann. Bei der Auswahl kommt es darauf an, dass die Anlage nicht überdimensioniert ist, denn ein zu großes Gerät läuft zu selten und amortisiert sich nicht. Ein Fachbetrieb ermittelt anhand des Wärme- und Strombedarfs die passende Größe. Ergänzend gibt es Brennstoffzellen-BHKW, die besonders effizient Strom erzeugen und im Gegensatz zu Motor-BHKW über die Bundesförderung bezuschusst werden.

Förderung 2026

Bei der Förderung eines BHKW ist zwischen Strom und Wärme sowie zwischen den Technologien zu unterscheiden. Für den erzeugten Strom gibt es nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz einen KWK-Zuschlag: Für kleine Anlagen bis 50 Kilowatt elektrischer Leistung wird sowohl der eingespeiste als auch der selbst verbrauchte Strom vergütet, wofür eine Zulassung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle nötig ist. Bei den Investitionszuschüssen ist zu beachten, dass ein Brennstoffzellen-BHKW über die Bundesförderung für effiziente Gebäude förderfähig ist, ein herkömmliches Motor-BHKW dagegen nicht. Der frühere Investitionszuschuss für Mini-BHKW wurde abgeschafft. Ein mit Biomasse betriebenes BHKW kann zudem über die Heizungsförderung bezuschusst werden. Da sich die Programme nicht beliebig kombinieren lassen und der Antrag jeweils vor der Auftragsvergabe gestellt werden muss, empfiehlt sich eine frühzeitige Beratung, um die passende Förderung zu ermitteln.