Vollbenutzungsstunden: Berechnung, Formel und Definition | Kesselheld

Vollbenutzungsstunden: Berechnung, Formel und Definition

Vitobloc BHKW

Abbildung: Viessmann Werke

Die Kenntnis der Vollbenutzungsstunden ist unter anderem für die Berechnung der Wirtschaftlichkeit eines BHKW und für das erfolgreiche Stellen von Förderanträgen notwendig. Die Grundlagen sind in den VDI-Richtlinien (Richtlinien des Vereins Deutscher Ingenieure) geregelt.

Besitzer müssen zwischen den Betriebsstunden und den Vollbenutzungsstunden, die auch als Volllaststunden bezeichnet werden, unterscheiden:

1. Betriebsstunde: Diese Angabe lässt erkennen, wie lange die Anlage in Betrieb ist. Viele Blockheizkraftwerke verfügen über einen mechanischen oder elektronischen Betriebsstundenzähler. Größenmäßige Unterschiede zwischen den Betriebsstunden und den Vollbenutzungsstunden entstehen, wenn die tatsächliche Leistung der Anlage von den Angaben des Herstellers abweicht oder wenn die Anlage nur in Teillast betrieben wird.

2. Vollbenutzungsstunde: Die Berechnung der Vollbenutzungsstunden basiert auf der Division der erzeugten Strommenge durch die im technischen Datenblatt angegebene elektrische Leistung. Der Name Vollbenutzungsstunde ist entstanden, da die elektrische Leistung bei Volllast für die Berechnung genutzt wird.

Volllaststunden berechnen: Formel und Beispiel

  • Das betrachtete BHKW weist eine elektrische Leistung von 100 kW auf
  • In Abhängigkeit vom Heizwärmebedarf wird 70 bis 100 Prozent Leistung erbracht
  • Die Betriebsstunden werden mit 6.000 pro Jahr angegeben. Es werden hierbei 500.000 kWh elektrische Leistung erzeugt

Mit diesen Angaben ist folgende Rechnung möglich:

Elektrische Leistung / Nettoleistung = 500.000 kWh / 100 kW = 5.000

Das Blockheizkraftwerk vorteilhaft planen

Die Größe des BHKWs muss unter Berücksichtigung des Strombedarfs und der Wärmegrundlast bestimmt werden. In den meisten Fällen erweist sich das Blockheizkraftwerk als wirtschaftlich, wenn eine Mindestlaufzeit von 5.000 Stunden pro Jahr vorliegt.

In den Wintermonaten beheizen Sie das Haus, im Sommer können Sie Warmwasser erwärmen oder auch eine Klimaanlage anschließen. Bei Bestandsimmobilien können Sie den bisherigen Verbrauch zu Grunde legen, um Anhaltspunkte für die Berechnung der Volllaststunden zu erhalten. Der Verbrauch sollte hierbei nach Monaten oder Wochen aufgeschlüsselt grafisch dargestellt werden und mit der Leistung des BHKW verglichen werden.

Sie müssen berücksichtigen, dass der Verbrauch innerhalb des Jahres schwankt und daher die Abnahmezeitpunkte genau betrachtet werden müssen. Im Winter muss der Wärmebedarf, welcher über die Leistung des BHKW hinausgeht, auf alternativem Wege gedeckt werden. Hier verfügen die meisten BHKW über eine Heizungsunterstützung wie einen zusätzlichen Gas Brennwertkessel.

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In diesem Zusammenhang ist die Definition der Vollbenutzungsstunden wichtig. Von Vollbenutzungsstunden wird gesprochen, wenn sich die Anlage durchgehend in Betrieb befindet. Im Winter werden die meisten dieser Stunden gezählt. Über die Sommermonate überwiegen die Taktbetriebszeiten, da keine Heizungswärme benötigt wird.

Ein Pufferspeicher verbessert die Effektivität, da größere Energiemengen gespeichert werden und sich das BHKW nicht fortwährend ein- und ausschalten muss. Bei der Planung sollten Sie auch den Stromverbrauch berücksichtigen, da dieser durch das Blockheizkraftwerk gedeckt werden kann. Überschüssiger Strom kann gegen eine Einspeisevergütung in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden, allerdings lohnt sich die Überdimensionierung der Anlage nicht, da der monetäre Gegenwert der Stromeinspeisung die zusätzlichen Kosten in keinem lukrativem Maße decken würde.