Pflanzenöl BHKW: Ölsorten, Kosten, Vor- und Nachteile

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Ein Pflanzenöl Blockheizkraftwerk stellt eine besonders nachhaltige Form der Energiegewinnung dar. Erstens erzielen diese Anlagen durch die Kraft-Wärme-Kopplung einen hohen Wirkungsgrad. Zweitens dient mit Pflanzenöl ein natürlicher und nachwachsender Rohstoff als Energieträger. Darin unterscheidet sich diese Form des Blockheizkraftwerks von Varianten mit fossilen Brennstoffen wie Erdöl und Gas.

So funktionieren BHKWs mit Pflanzenöl

Ein BHKW liefert sowohl Wärmeenergie als auch Strom. Die Anlagenbetreiber entscheiden, welche der beiden Energiearten im Vordergrund steht. So lassen sich die stromerzeugenden Heizungen wärme- und stromgeführt einstellen, wobei die wärmegeführte Variante in puncto Energieeffizienz besser abschneidet. Die Stromerzeugung funktioniert mit einem Motor, bei einem BHKW für Pflanzenöl mit einem speziellen Verbrennungsmotor für diesen Brennstoff. Der Vorteil besteht darin, dass kaum Wärme verloren geht. Daraus ergibt sich der hohe Nutzungsgrad.

Mögliche Brennstoffe

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Als Energieträger kommen grundsätzlich alle Pflanzenöle infrage. In der Praxis nutzen Betreiber vor allem folgende drei Öle:

  1. Rapsöl
  2. Sojaöl
  3. Palmöl
Lange Zeit dominierten Soja- und Palmöl – dies lag an den weitaus geringen Weltmarktpreisen. Dieser Vorzug hat sich allerdings stark reduziert, sodass viele Betreiber ihre Anlage nun vermehrt mit Rapsöl betreiben.

Pflanzenöl BHKWs aus ökologischer Sicht

Als vorteilhaft erweist sich, dass Sie mit einem Pflanzenöl BHKW das Klima entlasten. Die CO2-Bilanz ist deutlich besser als bei Kraftwerken, die auf konventionellen Energieträgern beruhen. Sie schonen zudem die endlichen Ressourcen, Sie sorgen für mehr Nachhaltigkeit und leisten Ihren Beitrag zu einer zukunftsfähigen Energieerzeugung.

Bei einer Gesamtbewertung kommt es jedoch auch darauf an, aus welcher Quelle Sie das pflanzliche Heizöl beziehen. Soja- und Palmöl stammen meist aus Entwicklungsländern, die kaum Wert auf eine umweltfreundliche Land- und Forstwirtschaft legen. Auch ein zu hoher Verbrauch des heimischen Rapsöls führt bei manchen Umweltverbänden zu Bedenken. Sie befürchten die Bildung von Monokulturen, wenn sich durch eine große Nachfrage nach Rapsöl diese Pflanzenart für Landwirte als lukrative Alternative lohnt.

Kosten und Nutzen

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Wenn Sie ein BHKW für Pflanzenöl planen, sollten Sie sich mit drei Kostenfaktoren auseinandersetzen:

  1. Anschaffungskosten von mehreren Tausend Euro (die konkreten Preise für ein Pflanzenöl BHKW hängen von der Leistungsstärke ab)
  2. Kosten für die Montage, später für Wartung und Reparaturen
  3. Ausgaben für den Brennstoff

Die Anschaffungskosten für ein mit Pflanzenöl betriebenen BHKW Motor liegen im Regelfall 10 bis 30% über denen eines Heizöl Dieselmotors. Insgesamt müssen Eigentümer mit einem Anschaffungspreis von rund 12.000 Euro für eine Anlage in einem Einfamilienhaus rechnen. Zudem liegen die Pflanzenölpreise mit 60 bis 65 Cent pro Liter (je nach Pflanzenölart) über denen von fossilem Heizöl.

Die Wirtschaftlichkeit eines Pflanzenöl BHKWs lässt sich schlechter als bei anderen erneuerbaren Energien einschätzen, darin liegt ein Risiko. Die Kosten für Pflanzenöle können stark schwanken. Ausfälle bei den Ernten oder eine überraschend gestiegene Nachfrage treiben die Preise in die Höhe, im umgekehrten Fall kommt es zu erheblichen Kostensenkungen. Auf der Haben-Seite verbuchen Sie Einsparungen bei Ihren Energieausgaben. Zugleich können Sie den Strom verkaufen.

Das Gleiche gilt für die Wärmeenergie, das setzt ein entsprechendes Wärmenetz voraus. Für den Strom erhalten Sie mittlerweile jedoch keine feste Vergütung mehr, diese hat der Gesetzgeber aus umweltpolitischen Gründen abgeschafft. Dadurch hat sich die Attraktivität dieser BHKWs verringert, nachdem in den 2000ern ein erheblicher Anstieg zu registrieren war.