Ob Dämmung am Fenster, an der Wand oder am Dach, die Kenntnis der Dämmwerte ist entscheidend, um die passenden Materialien auszuwählen. Wir stellen Ihnen die acht wichtigsten Kennzahlen vor und vergleichen gängige Dämmstoffe.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Die wichtigsten Dämmwerte sind die Wärmeleitfähigkeit (Lambda-Wert) und der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert). Je niedriger diese Werte, desto besser dämmt das Material.
- Weitere Kennzahlen sind Wärmekapazität, Rohdichte, Wasserdampfdiffusionswiderstand, Primärenergiegehalt, Druckfestigkeit und Treibhausgaspotenzial.
- Dämmstoffe gibt es als Matten, Filze, Platten und Granulate. Die Wahl richtet sich nach Dämmart, Belastung und ökologischem Anspruch.
Warum ist der Dämmwert wichtig?
Ein gut gedämmtes Gebäude speichert vor allem im Winter die Heizwärme lange und senkt so die Heizkosten. Die verschiedenen Dämmwerte dienen als Indikator für den Grad der Wärmedämmung, denn je mehr Wärme entweicht, desto mehr muss die Heizung nachliefern. Im Folgenden stellen wir die wichtigsten Kennzahlen vor.

Wärmeleitfähigkeit und U-Wert
Die Wärmeleitfähigkeit, auch Lambda-Wert genannt, wird in Watt je Meter und Kelvin angegeben und beschreibt, wie viel Wärme unter definierten Bedingungen durch das Material gelangt. Ein geringer Wert steht für eine hohe Dämmwirkung, wobei Dämmstoffe unter 0,1 liegen sollten und übliche Werte zwischen 0,025 und 0,04 erreichen. Der Wärmedurchgangskoeffizient, der U-Wert, wird in Watt je Quadratmeter und Kelvin angegeben und bezieht sich auf die gesamte Bauteilfläche. Er gibt an, wie viel Wärme je Quadratmeter der Gebäudehülle nach außen dringt, und ein kleiner U-Wert deutet auf niedrige Verluste und mögliche Heizkostenersparnisse hin.
Wärmekapazität und Rohdichte
Die spezifische Wärmekapazität in Joule je Kilogramm und Kelvin gibt an, wie viel Wärme nötig ist, um ein Kilogramm des Dämmstoffs um ein Grad zu erwärmen. Eine hohe spezifische Wärmekapazität bedeutet, dass der Stoff viel Wärme aufnehmen und zeitversetzt wieder abgeben kann, was im Sommer den Hitzeschutz verbessert. Natürliche Wärmedämmstoffe wie Holzfaserplatten haben oft eine hohe Wärmespeicherfähigkeit. Die Rohdichte in Kilogramm je Kubikmeter beeinflusst das wärmeschutztechnische Verhalten, wobei eine passende Dichte für eine niedrige Wärmeleitfähigkeit sorgt.
Feuchte, Ökologie und Festigkeit
Der Wasserdampfdiffusionswiderstand, auch als Wert der Dampfsperre bekannt, gibt an, wie leicht Wasserdampf den Dämmstoff durchdringen kann. Der Primärenergiegehalt bewertet ökologisch, wie viel Primärenergie für Herstellung und Rohstoffe aufgewendet wurde. Die Druckfestigkeit in Kilonewton je Quadratmeter beschreibt die Widerstandsfähigkeit gegen Druckkräfte und ist etwa bei begehbaren Dämmungen wichtig. Das Treibhausgaspotenzial schließlich bewertet die Klimawirkung anhand der CO2-Äquivalente je Fläche.
Dämmwerte im Vergleich
Wärmedämmstoffe sind als Matten, Filze, Platten oder schüttfähige Granulate erhältlich. Filze und Granulate eignen sich vor allem für die Zwischensparrendämmung, während Dämmplatten wie Polyurethan-Platten für begehbare Dämmungen geeignet sind. Für ein Passivhaus oder ein Nullenergiehaus ist die Wärmeleitfähigkeit besonders wichtig. Die folgende Tabelle zeigt beispielhaft Wärmeleitfähigkeit und Rohdichte gängiger Dämmstoffe:
Dämmstoff |
Wärmeleitfähigkeit W/(mK) |
Rohdichte kg/m³ |
| Schaumglas | 0,037 bis 0,060 | 100 bis 200 |
| Polyurethan | 0,023 bis 0,029 | 30 bis 100 |
| Zellulose | 0,039 bis 0,045 | 30 bis 60 |
| Vakuumisolationspaneele | 0,007 bis 0,009 | 170 bis 210 |
| Schafwolle | 0,040 bis 0,045 | 25 bis 30 |
| Glaswolle | 0,032 bis 0,048 | 15 bis 150 |
| Aerogel | 0,018 bis 0,021 | 75 bis 80 |
| expandiertes Polystyrol (EPS) | 0,031 bis 0,045 | 15 bis 30 |
| extrudiertes Polystyrol (XPS) | 0,028 bis 0,042 | 25 bis 50 |
| Phenolharz | 0,021 bis 0,024 | 35 bis 45 |
Fazit
Zusammengefasst sind die Dämmwerte die entscheidende Grundlage, um den passenden Dämmstoff für das jeweilige Bauteil auszuwählen. Am wichtigsten sind die Wärmeleitfähigkeit und der U-Wert, die direkt die Dämmwirkung und damit die Heizkosten beeinflussen. Daneben liefern Wärmekapazität, Rohdichte, Feuchteverhalten, Primärenergiegehalt, Druckfestigkeit und Treibhausgaspotenzial ein umfassendes Bild von Leistung und Ökologie eines Materials. Wer diese Kennzahlen kennt und mit den Anforderungen an Dämmart, Belastung und Nachhaltigkeit abgleicht, findet die passende Lösung. Ein Energieberater hilft, die Werte richtig einzuordnen und die Dämmung optimal auszulegen.
Bei der Materialwahl spielt neben den reinen Dämmwerten auch der Einsatzort eine große Rolle. Für eine Kellerdecke oder ein Flachdach, das begangen wird, sind druckfeste Platten nötig, während für die Zwischensparrendämmung flexible Matten oder Einblasdämmstoffe besser geeignet sind. In beengten Situationen, in denen wenig Platz für die Dämmschicht zur Verfügung steht, kommen Hochleistungsdämmstoffe wie Vakuumisolationspaneele oder Aerogel infrage, die trotz geringer Dicke sehr gut dämmen. Wer ökologische Aspekte gewichtet, wählt Materialien mit niedrigem Primärenergiegehalt und geringem Treibhausgaspotenzial, etwa natürliche Dämmstoffe.
Zusammengefasst sind die Dämmwerte die entscheidende Grundlage für die Auswahl des passenden Dämmstoffs, wobei Wärmeleitfähigkeit und U-Wert die wichtigsten Kennzahlen sind, da sie direkt die Dämmwirkung und die Heizkosten beeinflussen. Ergänzend geben Wärmekapazität, Rohdichte, Feuchteverhalten, Primärenergiegehalt, Druckfestigkeit und Treibhausgaspotenzial Auskunft über Leistung, Bauphysik und Ökologie. Erst das Zusammenspiel dieser Werte mit den Anforderungen an Dämmart, Belastung und Nachhaltigkeit ergibt die optimale Lösung. Ein Energieberater hilft, die Kennzahlen richtig einzuordnen und die Dämmung so auszulegen, dass sich Komfort, Kosten und Klimaschutz bestmöglich verbinden.
Wichtig ist außerdem, die Dämmwerte immer im Zusammenhang mit dem gesamten Bauteil und der geplanten Aufbaustärke zu betrachten. Ein Material mit sehr niedriger Wärmeleitfähigkeit erlaubt eine dünnere Dämmschicht bei gleicher Wirkung, was bei begrenztem Platz von Vorteil ist. Umgekehrt kann ein günstigerer Dämmstoff mit etwas höherer Leitfähigkeit bei ausreichender Dicke ebenso gute Ergebnisse liefern. Entscheidend ist am Ende der erreichte U-Wert des gesamten Bauteils.
