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24. März 2017 /

ISH 2017: Verändern Digitalisierung und Energiewende den Heizungsmarkt?

Andreas Kühl und Katja Reisswig haben mit ihren Beiträgen Wo war die Wärmewende auf der ISH? und Kommt die Wärmewende oder kommt sie nicht? den Startschuss für die diesjährige Bloggerparade zur ISH 2017 gegeben. Kesselheld war in diesem Jahr zum ersten Mal auf der ISH. Neben Blasen an den Füßen haben wir jede Menge spannende Eindrücke und interessante Gespräche mitgenommen, die wir nicht vorenthalten möchten.

An smarten Heizung führt kein Weg vorbei

Wer eine Heizung kauft, ist heute automatisch digital

Beim Rundgang durch Halle 8 des Messegeländes ist die zunehmende Digitalisierung der Heizungsbranche bereits deutlich spürbar. Denn Aussteller übertrumpfen sich gegenseitig mit entsprechender Technik zur Einbindung der eigenen Heizung in die Gebäudeautomation. So verfügen sämtliche Heizungstypen über digitale Schnittstellen, um diese mit dem Smartphone oder Tablet zu verbinden.

Sektorkopplung mit Power-to-Heat Lösungen

Im letzten Jahr lag der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung bei etwa 30 Prozent. Ziel der Bundesregierung ist es, diesen Anteil stetig weiter auszubauen. Herausforderungen liegen dabei im schwankenden Stromangebot aus solarer Energie.

Wärmepumpen, die mittels einer SG-Ready Schnittstelle mit der Photovoltaikanlage auf dem Dach kommunizieren speichern Stromüberschüsse in Form von thermischer Energie im Brauchwasser- oder Heizungsspeicher. Energiemanager oder Wechselrichter der PV-Anlage senden der Wärmepumpe Empfangssignale, sobald überschüssige Ökostrommengen kostengünstig zur Verfügung stehen. Kunden profitieren mittels dieser Technik von sinkenden Heiz- und Stromkosten und einer steigenden Unabhängigkeit in der Stromversorgung.

Traditionelles Handwerk trifft Moderne

Nicht nur der Wärmeerzeuger selbst, sondern auch Heizungsbauer unterliegen digitalen Umstellungsprozessen. So konnten Hersteller Online Tools bestaunen, die Betriebsläufe in Handwerksbetrieben auf die Zukunft vorbereiten. Angefangen von Online Websites über digitale Werkzeugkästen bis hin zur Wartung der Anlage. Tools für das Online Monitoring der Heizungsanlage zogen das Interesse der Messebesucher an. Vorteile sind dabei sicherlich die grafischen Live-Darstellungen über den Zustand der Heizung und die Echtzeitauswertung der Temperaturverläufe.

messbild heizungsmonitoring

Heizungbauer haben die installierte Anlage beim Kunden dabei stets im Blick. Dies versetzt den Handwerker in die Lage Störungen frühzeitig zu identifizieren. Heizungshersteller bieten dabei Live Chats und Videoberatungen an. Der Heizungskunde profitiert von einer erhöhten Sicherheit beim eigenen Heizungsbetrieb. Denn stetige Meldungen über den Betriebszustand schützen vor möglichen Heizungsausfällen.

Smarte Thermostate: Innovation vs. technische Erweiterung

Wirklich neuartig sind smarte Temperaturregler nicht. Vielmehr arbeiten Hersteller an der Verbesserung und Erweiterung der Bedienungs- und Nutzerfreundlichkeit sowie an weiteren Features. So auch der Hersteller Bosch, dessen Heizungen mittels Sprachsteuerung über Amazon Echo, auch bekannt als “Alexa”, ansteuerbar sind. Smarte Regler können Heizungsbesitzer über das Touchpad als auch über das eigene Smart Phone bedienen. Im Gespräch mit Herrn Bachmann, zuständig für Systeme und Apps bei Bosch, durften wir smarte Raumregler am Messestand live bedienen.

Fazit zur Digitalisierung

An der Vernetzung der Heizung führt kein Weg vorbei. Hersteller haben das Potenzial erkannt und ihr Produktportfolio auf die Digitalisierung ausgerichtet. Jedoch ist abzuwarten, wie sich der Trend auch beim Heizungskunden durchsetzen wird. So zeigt die Kesselheld Heizungsmarktstudie: Das Trend Thema smarte Heizungssteuerung ist beim Verbraucher bisher wenig angekommen. So wünschen lediglich 13 Prozent der 5.000 Befragten Kunden eine Internetverbindung bei der eigenen Heizung.

Energieeffizienz mit hybriden Systemen

Auffällig ist, dass Aussteller trotz des von der Bundesregierung diskutierten Verbots für das Heizen mit Öl und Gas ab 2030, verstärkt Brennwertkessel präsentieren. Ebenfalls dominierend waren hybride Lösungen bestehend aus Brennwertgerät, Holzheizung, Solarthermie oder Wärmepumpe. Grafische Anzeigen an den Messeständen wiesen auf die möglichen Einsparungen beim Energieverbrauch hin. Bisher decken ökologische Energieträger laut Aussagen des BDH jedoch lediglich 10 Prozent des Energieverbrauchs im Haushalt. Hier besteht also noch Potenzial zum Ausbau regenerativer Heizungen.

ish system für alle quellen

Spannend ist hier, welche Anreize Heizungsbauer und Bundesregierung setzen können, um beispielsweise den Einsatz von Wärmepumpen noch attraktiver zu gestalten. Denn laut BDH liegt der europaweite Bestand an Wärmepumpen bei lediglich 2 Prozent.

Kraft-Wärme-Kopplung mit Pellet-Brennwertgerät

Das Pellet-BHKW von ÖkoFen mit Stirlingmotor für den Einsatz in Einfamilienhäusern erreicht im Sommer 2017 marktreife und wird zum Kauf bereitstehen. Neuerdings lässt sich auch mit einem Brennwertkessel nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung gleichzeitig Strom und Wärme erzeugen. Möglich macht dies ein Stirlingmotor.

Treffen der Energieblogger auf der ISH

Für einen gemeinsamen Austausch kamen Energieblogger am Technologie- und Informationsforum des BDH zusammen. Danke an Andreas Kühl von energynet.de, Frank Urbansky von enwipo.de und Martin Schlobach von haustechnik-verstehen.de für die interessanten Gespräche in geselliger Runde. Ebenfalls gegrüßt sind Mareike Köster von blog.stiebel-eltron, Katja Reisswig von technewable.com, Stephan Günter von energieheld.de und Alexander Rosenkranz.

Auch Sie waren zu Besuch auf der ISH? Wir freuen uns über weitere Anregungen und Kommentare. Wie waren Ihre Eindrücke? Was ist Ihr Fazit zur Digitalisierung und Energiewende in der Heizungsbranche?

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