Kontrollierte Wohnraumlueftung
/Leonard Tekstra

Für unser Wohlbefinden brauchen wir frische Luft. Dies gilt ganz besonders für unsere eigenen vier Wände, denn hier verbringen wir einen Großteil unserer Lebenszeit.

Kontrollierte Wohnraumlüftung statt Stoßlüften

Um einen ausreichenden Luftaustausch zu sichern, müsste man täglich mindestens 3-4 Mal stoßlüften. Wie viele Minuten eine solche Stoßlüftung dauern muss, ergibt sich aus der Differenz zwischen Aussen- und Raumtemperatur. Dementsprechend sollten die Intervalle in den warmen Sommermonaten deutlich länger (etwa 30 Minuten) als in den kalten Wintermonaten (etwa 5 Minuten) sein. Da wir aber einen Großteil des Tages auf der Arbeit, in der Schule oder Ausbildungsstätte verbringen, ist dies zumindest für die eigenen vier Wände kaum realisierbar.

Zudem geht in der Heizperiode über die geöffneten Fenster und Türen viel Wärme verloren, die durch zusätzliche Energiezufuhr kompensiert werden muss.

Was genau eine kontrollierte Wohnraumlüftung ist und warum sie eine komfortable und wirtschaftliche Lösung für ein gesundes Wohnklima ist, wird nachfolgend erläutert.

Was ist kontrollierte Wohnraumlüftung eigentlich?

Eine kontrollierte Wohnraumlüftung, kurz KWL, ist eine mechanische Lüftungsanlage, über die die Be- und Entlüftung einer Immobilie oder einzelner Räume automatisch gesteuert wird. Durch die Automatisierung wird das Lüften über Türen und Fenster überflüssig. Angesichts der heute üblichen energetischen Gebäudestandards ist die KWL aber viel mehr als nur eine komfortable und energiesparende Alternative zur klassischen Stoßlüftung.

Warum kontrollierte Wohnraumlüftung?

Einen Großteil unserer Lebenszeit verbringen wir in geschlossenen Räumen und atmen dabei täglich durchschnittlich etwa 10.000 Liter Luft ein. So entsteht schnell ein ungesunder Cocktail aus verbrauchter und schlechter Luft, der nicht selten zusätzlich mit Schadstoffen angereichert ist. Die schlechte Raumluft entsteht hauptsächlich durch eine hohe CO2-Konzentration in den Räumlichkeiten. Kohlendioxid ist in normaler Konzentration ungiftig, führt aber bei erhöhten Werten zu Beschwerden wie Unwohlsein oder Kopfschmerzen. Schadstoffhaltige Ausdünstungen aus Baumaterialien und beispielsweise Möbeln können unter Umständen sogar krank machen. Je dichter die Hülle einer Immobilie ist, umso dringlicher ist also eine aktive Belüftung. Dies gilt insbesondere für moderne Neubauten wie beispielsweise Passiv- und Niedrigenergiehäuser sowie aufwendig energetisch sanierte Bestandsgebäude.

Wie wirkt sich die KWL auf die Bausubstanz aus?

Schimmel durch falsche LüftungMangelhafte Lüftung kann – wenn die Folgen zu spät erkannt werden – die Bausubstanz erheblich schädigen. Wenn eine regelmäßige Stoßlüftung nicht gewährleistet ist, verbleibt die warme und häufig zu feuchte Luft im Gebäude. Durch den Kontakt mit beispielsweise kühlen Außenwänden kann die feuchte Luft kondensieren und es kommt bei Nichtbeachtung zur Schimmelbildung an Wänden, Möbeln und Textilien.

Eine kontrollierte Wohnraumlüftung verhindert das, denn sie sorgt für einen optimalen Luftaustausch, indem sie die feuchte und verbrauchte Luft aus Küche, Bad und anderen stark genutzten Räumen nach außen führt und frische Luft wieder zuführt. So entsteht der für die Schimmelbildung notwendige Nährboden erst gar nicht. Damit leistet die kontrollierte Wohnraumlüftung einen wichtigen vorsorgenden Beitrag zur Werterhaltung der Immobilie.

Was sagt der Gesetzgeber?

Auch der Gesetzgeber hat die Notwendigkeit, die Frischluftzufuhr zu regeln, erkannt. Mit der DIN 1946-6 schreibt er vor, dass die Lüftung der jeweiligen Wohnungen nutzerunabhängig funktionieren muss, d.h. auch bei Abwesenheit der nutzenden Personen. Dies gilt in der Regel für neu errichtete Gebäude und modernisierte Bestandsimmobilien. Konkret verlangt die Norm, dass der Luftvolumenstrom durch Undichtigkeiten der Gebäudehülle größer ist als der für den Feuchteschutz notwendige Luftwechsel. Zur Überprüfung der konkreten Situation muss ein Lüftungskonzept erstellt werden. Wenn der Luftstrom zu gering ist, müssen lüftungstechnische Maßnahmen erfolgen. Dies gilt gemäß dieser Norm übrigens auch für Bestandsgebäude, bei denen mehr als ein Drittel der Fenster ausgetauscht oder mehr als ein Drittel der Dachfläche erneuert wurde.

Welche weiteren Vorteile bietet die KWL?

Kontrollierte Wohnraumlüftungen bieten aber noch mehr interessante Vorteile. Sie sind sehr wirtschaftlich, weil ihre Gleichstromventilatoren nur wenig Energie brauchen und die Geräte zusätzliche Energieeinsparungen im Gebäude ermöglichen. Mit der passenden technischen Anlage kann der Energieverbrauch um bis zu 40 Prozent gesenkt werden. Unnötiger Wärmeverlust, der beim häufigen Öffnen der Türen und Fenster entsteht, wird vermieden. Stattdessen wird die verbrauchte Luft nach außen transportiert und über die Wärmerückgewinnung dem Raum frische und vorgewärmte Luft zugeführt. Dies spart zusätzlich Heizkosten.

Bei Lüftungen mit Wärmerückgewinnung können durch einen Wärmetauscher sogar bis zu 95 % der Wärmeenergie zurückgewonnen werden. Das ist wiederum abhängig vom Gerät und der jeweiligen Methode der Wärmerückgewinnung.  Dabei wird die in der Abluft enthaltene Wärme in dem Wärmetauscher gespeichert und dann der Zuluft wieder direkt zugeführt. So kann der Energieverbrauch bei optimalen Bedingungen (dichte Gebäudehülle, energieeffiziente KWL) um bis zu 40 Prozent im Vergleich zur Fensterlüftung reduziert werden.

Auch aus gesundheitlicher Sicht bietet die technische Lösung weitere Vorteile, denn bei mangelhafter Lüftung können die Nutzer nicht nur durch verbrauchte Luft und mögliche Schimmelsporen belastet werden. Die hohe Feinstaubkonzentration in Wohngebieten mit hoher Verkehrsdichte und die aggressive Belastung durch allergene Stoffe verursachen häufig zusätzliche Probleme. So ist beispielsweise die Pollenkonzentration innerhalb der Wohnräume meist viel höher als im Freien.

Mit dem Einsatz einer kontrollierten Wohnraumlüftung werden diese Belastungen auf ein Minimum reduziert. Dies ist sehr einfach durch einen Austausch der Filter in den Geräten möglich. Es müssen lediglich die in den Lüftungsgeräten enthaltenen Grobstaubfilter durch Feinstaubfilter ersetzt werden. So können Pollen, Feinstaub und andere Allergene bei der Zuführung der Außenluft ins Wohnungsinnere herausgefiltert werden.

Welche Arten von kontrollierter Wohnraumlüftung gibt es?

Grundsätzlich unterteilt man die KWL in dezentrale Lüftungsgeräte und zentrale Lüftungsanlagen.

Zehnder Lüftungsgerät

Dezentrale Lüftungsgeräte werden nur in den Räumen installiert, in denen sie benötigt werden (Bad, Küche, Schlafzimmer).

Aufbau eines dezentralen Lüftungsgerätes

Weil in diesen Räumen die Luft beim Duschen und Kochen erheblich aufgewärmt wird und die Luftfeuchtigkeit deutlich zunimmt, sind sie besonders anfällig für Schimmelbildung. Dezentrale Lüftungsgeräte sorgen hier für einen schnellen und zuverlässigen Luftaustausch und damit zu einer Wiederherstellung eines gesunden Wohnraumklimas. Sie können mit wenig Aufwand auch nachträglich in eine Bestandsimmobilie eingebaut werden Eine zentrale Lüftungsanlage sorgt hingegen in allen Wohnräumen für die notwendige Belüftung.

Die einzelnen Räume sind dabei über ein Kanalsystem mit dem Lüftungsgerät verbunden, das zumeist im Keller untergebracht ist. Auch eine zentrale Wohnungslüftungsanlage kann man selber installieren.

Kontrollierte Wohnraumlüftung selbst einbauen

Wer seine kontrollierte Wohnraumlüftung selbst installiert, profitiert von der zusätzlichen Kosteneinsparung. Der Aufwand ist relativ gering und die Umsetzung ist mit ein wenig professioneller Unterstützung einfach zu bewerkstelligen. Die passende Anleitung erhalten Verbraucher beim Haustechnik-Shop selfio.de. Die Selfio Haustechnik-Experten begleiten ihre Kunden bei Bedarf während des gesamten Projektes und bieten so ein genau auf die Bedürfnisse der Heimwerker zugeschnittenes Gesamtpaket. Das beginnt schon mit der Auswahl des passenden Lüftungssystems und reicht über die Planung der Anlage bis hin zur Berechnung der notwendigen Materialien. Zusätzlich stellt Selfio ihnen passend zu ihrem DIY-Projekt Montagevideos, Schritt-für-Schritt-Anleitungen sowie eine Montage-App zur Verfügung. Den Einbau eines dezentralen kontrollierten Lüftungsgerätes zeigt das Video.

Wer also über ein wenig handwerkliches Geschick verfügt, kann mit der passenden Anleitung seine kontrollierte Wohnraumlüftung ganz einfach selbst installieren.

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