Erdwärmesonde in Funktion

Die Erde bietet Wärmevorräte, die sich für das Heizen nutzen lassen. Im gemäßigten Klima Mitteleuropas steigt die Temperatur mit zunehmender Tiefe an und bleibt ab einigen Metern konstant. Als Bindeglied zwischen dieser Erdwärmequelle und der Wärmepumpe dient die Erdsonde. Sie besteht aus einer Rohrschleife, durch die eine Flüssigkeit zirkuliert, die dem Erdreich Wärme entzieht. Wir erklären Aufbau, Standortbedingungen, Kosten und Förderung der Erdsonde.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die Erdsonde entzieht dem Erdreich über eine Rohrschleife mit zirkulierender Sole Wärme für die Wärmepumpe.
  • Ab etwa 15 Meter Tiefe herrschen nahezu konstante Temperaturen, sodass die Sonde ganzjährig zuverlässig arbeitet.
  • Bohrtiefe und Auslegung hängen von Wärmebedarf, Bodenbeschaffenheit und Grundwasser ab. Die Bohrung ist genehmigungspflichtig.
  • Für die Wärmepumpe mit Erdsonde gibt es eine attraktive staatliche Förderung.

Funktionsweise der Erdsonde

Kühle Flüssigkeit strömt von der Oberfläche vertikal in das Erdreich, erreicht nach dem u-förmigen Wendepunkt den tiefsten Punkt und steigt wieder auf. Auf ihrem Weg nimmt sie durch die Rohrwand Wärme aus dem umgebenden Erdreich auf. Am oberen Ende gibt die erwärmte Flüssigkeit ihre Energie über einen Wärmetauscher an die Wärmepumpe ab. Als Trägermedium dient meist eine Sole, ein Gemisch aus Wasser und Frostschutzmittel. Eine Umwälzpumpe hält die Flüssigkeit in Bewegung. Bereits ab etwa 15 Meter Tiefe herrschen weitgehend konstante Temperaturen, weshalb die Erdsonde unabhängig von der Jahreszeit gleichmäßig Wärme liefert.

Montage- und Standortbedingungen

Grundsätzlich lässt sich fast überall, wo Erdreich vorhanden ist, Wärme gewinnen. Für die Auslegung sind zwei Faktoren entscheidend:

  1. die Bohrfähigkeit des Untergrunds bis in die benötigte Tiefe, da Fels und Steinformationen die Bohrung begrenzen können;
  2. die Wassersituation, denn Grundwasser und unterirdische Wasseradern beeinflussen das Wärmeaufkommen.

Zusätzlich bestimmen die Erd- und Gesteinsarten mit ihrer jeweiligen Wärmeleitfähigkeit die Dimensionierung. Wichtig ist außerdem: Erdsondenbohrungen sind genehmigungspflichtig und müssen bei der zuständigen Behörde angezeigt werden, insbesondere in Wasserschutzgebieten gelten strenge Auflagen. Die Bohrung sollte daher stets von einem zertifizierten Fachbetrieb ausgeführt werden.

Bautypen und Ausführung

Erdsonde Grafik

Das Bohrloch wird ähnlich wie bei Brunnen durch Spül- oder Trockenbohrung erstellt. Übliche Rohrschleifen benötigen einen Bohrlochdurchmesser von etwa 14 bis 18 Zentimetern. Je nach Bedingungen und Wärmebedarf werden Erdsonden rund 50 bis 300 Meter tief versenkt. Nach dem Einführen werden die verbleibenden Hohlräume mit einer gut wärmeleitenden Füllmasse verschlossen, um den Wärmeübergang zu sichern und das Grundwasser zu schützen. Moderne Sonden bestehen aus Polyethylen, das als PE-Rohr eine sehr lange Lebensdauer hat. Eine Sonderform ist die CO2-Erdsonde, die das natürliche Sprudelverhalten von Kohlenstoffdioxid nutzt, um den Bedarf an Pumpenenergie zu senken.

Lebensdauer und Regeneration des Erdreichs

Die Lebensdauer der Erdsonde hängt vor allem von Anschlüssen, Einbettung und Verbindungen ab. Ist die Rohrschleife fachgerecht eingebracht und verfüllt, bleiben im Wesentlichen geologische Einflüsse wie Erdbewegungen als Risiko. Werden mehrere Sonden dicht nebeneinander betrieben oder wird dem Erdreich dauerhaft mehr Wärme entzogen, als nachfließt, kann das Temperaturniveau langfristig sinken. Um die Effizienz zu erhalten, hilft eine Regeneration, etwa durch das Einspeisen von Wärme im Sommer oder durch die Umkehrung der Anlage zum Kühlen. Eine sorgfältige Auslegung durch den Fachbetrieb stellt sicher, dass die Sonde dauerhaft ausreichend Wärme liefert.

Kosten und Förderung

Die Kosten einer Erdsonde liegen üblicherweise im Bereich von rund 5.000 bis 10.000 Euro. Den größten Anteil machen die Meterkosten für Aushub, Bohrung, Einbringung, Verfüllung und Entsorgung aus. Hinzu kommen Gebühren, Sondenfluid und Baunebenkosten. Die höheren Erschließungskosten gegenüber einer Luftwärmepumpe werden durch die sehr gute Effizienz der Erdwärme über die Jahre ausgeglichen. Der Förderantrag muss vor der Auftragsvergabe gestellt werden.

Erdsonde im Vergleich zu anderen Wärmequellen

Die Erdsonde ist nur eine von mehreren Möglichkeiten, Umweltwärme für eine Wärmepumpe zu erschließen. Im Vergleich zum Erdkollektor, der flächig knapp unter der Oberfläche verlegt wird, benötigt die Erdsonde nur wenig Grundstücksfläche, dafür aber eine tiefe Bohrung. Gegenüber der Luftwärmepumpe, die die Außenluft nutzt, liefert die Erdsonde ganzjährig konstantere und höhere Quellentemperaturen, was zu einer höheren Jahresarbeitszahl und niedrigeren Betriebskosten führt. Diesen Vorteilen stehen die höheren Erschließungskosten und der Genehmigungsaufwand gegenüber. Welche Wärmequelle die beste Wahl ist, hängt daher von Grundstück, Untergrund, Wärmebedarf und Budget ab und sollte im Rahmen einer fachlichen Planung geklärt werden.

Genehmigung und fachgerechte Ausführung

Da bei einer Erdsonde tief in den Untergrund gebohrt wird, sind mehrere Stellen zu beteiligen. Die Bohrung muss bei der unteren Wasserbehörde angezeigt und genehmigt werden, und in Wasserschutzgebieten gelten besondere Auflagen oder Verbote. Das ausführende Bohrunternehmen sollte über eine entsprechende Zertifizierung verfügen, um Grundwasserschichten fachgerecht zu durchbohren und abzudichten. Eine sorgfältige Verfüllung des Bohrlochs ist entscheidend, damit kein Wasser zwischen verschiedenen Schichten ausgetauscht wird. Diese Anforderungen erhöhen zwar den Aufwand, sichern aber den langfristig störungsfreien Betrieb und den Schutz des Grundwassers. Eine gute Planung stellt sicher, dass die Sonde optimal ausgelegt ist und die Wärmepumpe effizient arbeitet.

Fazit

Die Erdsonde erschließt die konstante Wärme des Erdreichs und ermöglicht in Verbindung mit einer Wärmepumpe eine ganzjährig gleichbleibende Quellentemperatur. Bohrtiefe und Auslegung richten sich nach Wärmebedarf, Bodenbeschaffenheit und Grundwasser, und die Bohrung ist genehmigungspflichtig sowie von einem Fachbetrieb auszuführen. Den höheren Erschließungskosten stehen niedrige Betriebskosten und eine attraktive Förderung gegenüber, die den Erdreich-Bonus einschließen kann. Wer die Voraussetzungen auf dem Grundstück prüfen lässt, erhält mit der Erdsonde eine langlebige und zukunftssichere Wärmequelle.