
Eine Glasheizung ist ein elektrisch betriebener Heizkörper, der sanfte Strahlungswärme im Raum verteilt. Durch ihr schlankes Design und die flexible Platzierung passt sie sich gut an das Raumkonzept an. Vorteile, Stromverbrauch und Preise fassen wir hier zusammen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Die Glasheizung ist eine Form der Infrarotheizung, die über Strahlungswärme heizt und sich als Haupt- oder Zusatzheizung einsetzen lässt.
- Sie eignet sich vor allem für gut gedämmte Gebäude, ist für Allergiker angenehm und in vielen Designs erhältlich.
- Da sie mit Strom heizt, sind die Betriebskosten hoch, denn Strom kostet ein Vielfaches von Gas. Als reine Stromdirektheizung ist sie nicht förderfähig.
Glasheizung als Infrarotheizung
Bei einem Heizkörper aus Glas handelt es sich um eine Art der Infrarotheizung, die es in vielen Ausführungen gibt, auch mit moderner Glasfront, deren glatte Oberfläche sich leicht reinigen lässt. Eine Infrarotheizung nutzt Infrarotstrahlung, die auch in Sonnenstrahlen vorkommt und angenehme Wärme erzeugt, indem sie Flächen und Körper direkt erwärmt. Anders als gewöhnliche Heizkörper, die über Konvektion die Luft erwärmen, entsteht dabei keine trockene Heizungsluft. Der Preis richtet sich nach der Heizleistung, wie die folgende Tabelle mit Orientierungswerten zeigt:
Heizleistung pro Jahr in kWh |
Preis je Heizkörper in Euro |
Heizkosten pro Jahr in Euro |
| 288 | ab 100 | rund 110 |
| 864 | ab 400 | rund 320 |
| 2.160 | ab 800 | rund 800 |
Glasheizung als Hauptheizung?
Glas- beziehungsweise Infrarotheizungen lassen sich grundsätzlich als Hauptheizung nutzen. Vor allem in gut isolierten Neubauten wie einem Niedrigenergie- oder Passivhaus lässt sich damit vergleichsweise wirtschaftlich Heizkosten einsparen, da eine Infrarotheizplatte wenig Energie benötigt, um den Raum auf etwa 20 Grad Celsius zu erwärmen. In Altbauten ist der Einsatz nur eingeschränkt sinnvoll, weshalb vor der Installation ein Fachbetrieb die Wärmedämmung prüfen sollte. Wichtig zu wissen: Als reine Stromdirektheizung ist die Glasheizung nicht über die Heizungsförderung förderfähig, und über das Gebäudemodernisierungsgesetz hinaus ist vorgesehen, den Einsatz von Stromdirektheizungen weiter einzuschränken. Diese Regelung ist jedoch noch nicht in Kraft.
Verwendung als Zusatzheizung
Als Zusatzheizung bietet die Glasheizung viel Flexibilität, da sie sich bei Bedarf einschalten lässt und in kurzer Zeit angenehme Wärme erzeugt, etwa im Bad. Für Allergiker ist sie gut geeignet, weil keine Luft- und Staubverwirbelungen entstehen. Zudem gibt es sie in vielen Formen, Größen und Farben, sie ist platzsparend und lässt sich ergänzend zu einer Fußbodenheizung oder einem Heizkörper anbringen.
Stromverbrauch und Kosten
In einem gut gedämmten Gebäude verbraucht eine Glas-Infrarotheizung mit 300 Watt im Jahr etwas über 400 Kilowattstunden. Der Verbrauch in Kilowattstunden kann damit ähnlich hoch ausfallen wie der Wärmebedarf einer Gasheizung. Entscheidend für die Kosten ist jedoch der Strompreis: Da Strom je Kilowattstunde ein Vielfaches von Gas kostet, sind die laufenden Betriebskosten deutlich höher. Eine Elektroheizung benötigt zwar keine Energie für einen Pufferspeicher, doch das Heizen mit Strom bleibt teuer. Daher eignet sich die Strahlungsheizung vor allem für stark gedämmte Häuser, in denen die Wärme lange erhalten bleibt, sowie für einzelne Räume.
Preise im Überblick
Der Preis hängt von der Leistung in Watt ab, wobei die Kosten mit höherer Wattzahl steigen. Als grobe Orientierung sind Modelle mit 250 Watt ab rund 290 Euro, mit 400 Watt ab etwa 560 Euro und leistungsstärkere Geräte entsprechend teurer erhältlich, wobei die Preise je nach Hersteller variieren. Zum Anschluss genügt eine handelsübliche Steckdose. Glasheizungen führen unter anderem große Baumärkte sowie zahlreiche spezialisierte Hersteller im Sortiment.
Fazit
Zusammengefasst ist die Glasheizung eine optisch ansprechende und flexible Form der Infrarotheizung, die über angenehme Strahlungswärme heizt und sich als Haupt- oder Zusatzheizung eignet. Ihre Stärken sind das schlanke Design, die einfache Reinigung und die für Allergiker angenehme, staubarme Wärme. Ihr entscheidender Nachteil sind die hohen Betriebskosten, da Strom deutlich teurer ist als andere Energieträger, weshalb sie sich nur in gut gedämmten Gebäuden wirtschaftlich betreiben lässt und als Stromdirektheizung nicht förderfähig ist. Wer sie als Zusatzheizung oder in einem energieeffizienten Haus einsetzt und auf die passende Leistung achtet, nutzt ihre Vorteile gezielt und hält die Stromkosten in Grenzen.
Bei der Entscheidung für oder gegen eine Glasheizung sollten Sie stets den gesamten Wärmebedarf und die Dämmung des Gebäudes betrachten. In einem schlecht gedämmten Altbau können die Stromkosten schnell sehr hoch ausfallen, sodass sich hier meist eine andere Heizlösung, etwa eine Wärmepumpe, wirtschaftlicher betreiben lässt. In einem gut gedämmten Neubau, in einzelnen selten genutzten Räumen oder als schnelle Zusatzwärme im Bad kann die Glasheizung dagegen ihre Vorteile ausspielen und mit geringem Installationsaufwand punkten.
Bei der Auswahl einer Glasheizung lohnt sich der Blick auf die Verarbeitungsqualität, die Oberflächentemperatur und mögliche Steuerungsoptionen. Modelle mit programmierbarem Thermostat oder Anbindung an ein Smart-Home-System heizen bedarfsgerecht und vermeiden unnötigen Stromverbrauch. So lässt sich der wesentliche Nachteil der Technik, die hohen Betriebskosten, zumindest abmildern, während die angenehme Strahlungswärme und das dezente Design erhalten bleiben.
Ein weiterer Aspekt ist die schnelle Verfügbarkeit der Wärme: Da die Glasheizung nahezu unmittelbar Strahlungswärme abgibt, eignet sie sich gut für Räume, die nur zeitweise genutzt werden und in denen keine dauerhafte Grundwärme nötig ist. In solchen Fällen kann der gezielte, kurze Betrieb sogar sparsamer sein als das dauerhafte Beheizen über eine träge Zentralheizung, sofern der Raum gut gedämmt ist.
