Ein Elektrokessel erzeugt Wärme aus Strom. Häufig dient er als Zusatzheizung, kann bei fehlender Zentralheizung aber auch die alleinige Wärmequelle sein und in Kombination mit einem Speicher Warmwasser bereitstellen. Dieser Beitrag erklärt die Funktion, stellt Modelle vor und informiert über die Kosten.
Was ist Power-to-Heat?

Das Prinzip ist auch als Power-to-Heat (P2H) bekannt, übersetzt etwa Strom zu Wärme. Dabei wird elektrische Energie in Wärme umgewandelt. Üblich sind dafür Wärmepumpen oder Elektrokessel. Im Bereich der erneuerbaren Energien lässt sich überschüssiger Strom so zur Wärmeerzeugung nutzen, wodurch Strom- und Wärmesektor gekoppelt werden. Sie können den Elektrokessel etwa mit selbst erzeugtem Strom aus der Photovoltaikanlage betreiben, aber auch mit Strom aus dem Netz.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ein Elektrokessel wandelt Strom nahezu vollständig in Wärme um und erreicht einen hohen Wirkungsgrad.
- Er dient meist als Zusatzheizung, kann aber auch die alleinige Wärmequelle sein.
- Betreiben lässt er sich mit Netzstrom oder mit Solarstrom aus einer Photovoltaikanlage.
- Die Betriebskosten sind wegen des hohen Strompreises meist höher als bei einer Wärmepumpe.
- Die Preise reichen je nach Leistung von unter 1.000 Euro bis zu mehreren tausend Euro.
Modelle verschiedener Hersteller
Am Markt gibt es zahlreiche Elektrokessel in unterschiedlichen Leistungsklassen. Die Baureihe E-Tech P eines Herstellers umfasst beispielsweise Modelle mit Leistungen von rund 57 bis 259 kW für größere Anwendungen. Zu den Ausstattungsmerkmalen gehören ein Thermomanometer, eine Wassermangelanzeige und ein Regelthermostat. Die Reihe E-Tech W deckt Leistungen von etwa 4,2 bis 36 kW ab. Wird der Kessel für Fußbodenheizungen genutzt, ist die Begrenzung der Vorlauftemperatur vorteilhaft. Die Reihe E-Tech S mit Brauchwasserbehälter bietet Fassungsvermögen von etwa 160 bis 380 Litern.
Auch von Vaillant gibt es Elektrokessel, etwa die eloBLOCK-Reihe mit Heizleistungen von 6 bis 28 kW, die sich als zuverlässige Zusatzheizung eignet und mit Netz- oder Solarstrom betrieben werden kann. Eine integrierte Hocheffizienzpumpe senkt die Betriebskosten.
Neu oder gebraucht kaufen?
Grundsätzlich lässt sich ein Elektrokessel auch gebraucht kaufen. Achten Sie dabei auf das Alter, denn durch technische Weiterentwicklungen ist die Effizienz moderner Geräte hoch. Ein zehn Jahre altes Gerät kann die Energiekosten spürbar erhöhen. Eine genaue Gegenüberstellung von Einsparung beim Kauf und Mehrkosten im Betrieb ist daher ratsam.
Montage
Je nach Modell wird der Elektrokessel an der Wand montiert oder als Standgerät aufgestellt. Kleine Geräte sind Wandgeräte, während sehr leistungsstarke Zentralheizkessel als Standgeräte ausgeführt sind und entsprechend teurer ausfallen. Der Anschluss an das Stromnetz sollte einem Fachbetrieb überlassen werden.
Bedeutung des Wirkungsgrads
Der Wirkungsgrad gibt an, wie viel der eingesetzten Energie in Wärme umgewandelt wird. Ein Elektrokessel erreicht sehr hohe Werte, da nahezu der gesamte Strom in Wärme übergeht. Ein Wirkungsgrad von 95 Prozent bedeutet, dass rund 5 Prozent nicht als nutzbare Wärmeenergie ankommen. Wichtig ist jedoch die Einordnung: Trotz des hohen Wirkungsgrads sind die Betriebskosten meist höher als bei einer Wärmepumpe, weil Strom je Kilowattstunde teuer ist und ein Elektrokessel im Gegensatz zur Wärmepumpe keine kostenlose Umweltwärme nutzt. Als alleinige Heizung lohnt sich ein Elektrokessel deshalb vor allem dort, wo der Wärmebedarf gering ist oder günstiger, selbst erzeugter Solarstrom zur Verfügung steht. Als Zusatzheizung oder in Kombination mit Photovoltaik kann er dagegen sinnvoll sein.
Wann sich ein Elektrokessel lohnt
Ob ein Elektrokessel die richtige Wahl ist, hängt stark vom Einsatzzweck ab. Als Zusatzheizung, die nur gelegentlich einspringt, etwa an besonders kalten Tagen oder als Ergänzung zu einer anderen Anlage, kann er sinnvoll sein. Auch in Gebäuden mit sehr geringem Wärmebedarf oder als Übergangslösung ist er wegen der niedrigen Anschaffungskosten und der einfachen Installation interessant. Wer viel eigenen Solarstrom erzeugt, kann Überschüsse gezielt in Wärme umwandeln und so die Eigenverbrauchsquote erhöhen.
Als dauerhafte Hauptheizung ist ein Elektrokessel dagegen meist unwirtschaftlich, weil Strom je Kilowattstunde deutlich teurer ist als etwa Erdgas und weil er keine kostenlose Umweltwärme nutzt. Hier ist eine Wärmepumpe in der Regel die günstigere Alternative.
Vergleich mit der Wärmepumpe
Der entscheidende Unterschied zwischen Elektrokessel und Wärmepumpe liegt in der Effizienz. Ein Elektrokessel wandelt eine Kilowattstunde Strom in etwa eine Kilowattstunde Wärme um. Eine Wärmepumpe erzeugt aus derselben Strommenge ein Mehrfaches an Wärme, weil sie zusätzlich Umweltwärme aus Luft, Erdreich oder Wasser nutzt. Dadurch sind die laufenden Kosten einer Wärmepumpe trotz höherer Anschaffung meist deutlich niedriger. Der Elektrokessel bleibt daher vor allem eine Lösung für Zusatz- und Sonderfälle, während für die dauerhafte Beheizung effizientere Systeme im Vordergrund stehen.
Wer die Betriebskosten ehrlich kalkuliert und den Einsatzzweck klar definiert, kann so entscheiden, ob ein Elektrokessel als sinnvolle Ergänzung dient oder ob eine effizientere Lösung wie die Wärmepumpe die bessere Wahl ist.
Vor einer Anschaffung ist es ratsam, den jährlichen Wärmebedarf und den zu erwartenden Stromverbrauch zu berechnen und mit den Kosten alternativer Systeme zu vergleichen. So lässt sich abschätzen, ob sich der Elektrokessel im konkreten Fall rechnet oder ob eine andere Lösung wirtschaftlicher ist.
Mit dieser klaren Abwägung fällt die Entscheidung leichter und Sie vermeiden unnötig hohe Betriebskosten durch ein unpassend gewähltes System.
Letztlich ist der Elektrokessel ein flexibles Bauteil, das Strom nahezu vollständig in Wärme umwandelt und dessen Wirtschaftlichkeit vor allem vom Strompreis und vom Einsatzzweck abhängt.
