Die Lehmwandheizung setzt auf natürliche Materialien. Sie verschwindet unscheinbar hinter der Wand und erzeugt eine angenehme, wohlige Wärme. Dieser Beitrag erklärt Aufbau, Vorteile und Kosten und nennt einige Produktbeispiele.
Wie ist eine Lehmwandheizung aufgebaut?

In oder auf der Wand verlegte Rohrsysteme transportieren die Wärme, meist in Schlaufen verlegt, ähnlich der Fußbodenheizung. Die sichtbare Oberfläche besteht aus dem natürlichen Material Lehm. Der Aufbau ist damit unkompliziert, und der Einbau ist grundsätzlich in allen Wohn-, Schlaf- und Arbeitsräumen möglich. Viele Systeme, etwa von der WEM Wandheizungen GmbH, sind für den Trockenbau und die Nasstechnik erhältlich.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Eine Lehmwandheizung verlegt Heizrohre in der Wand und verputzt sie mit natürlichem Lehm.
- Sie gibt einen hohen Anteil an Strahlungswärme ab und sorgt für ein angenehmes, staubarmes Raumklima.
- Lehm reguliert die Luftfeuchtigkeit, ist schadstofffrei und nachhaltig.
- Die Kosten liegen inklusive Verlegung bei rund 75 Euro je Quadratmeter Heizfläche.
- Als Heizfläche werden je nach Dämmung etwa 25 bis 100 Prozent der Wohnfläche benötigt.
Welche Vorteile bietet eine Lehmwandheizung?
Lehmwandheizungen erzeugen einen hohen Anteil an Infrarotstrahlung. Dadurch erwärmt sich nicht nur die Luft, sondern es werden auch die Objekte im Raum direkt erwärmt, was als besonders angenehm empfunden wird. Da kaum Staub aufgewirbelt wird, entsteht ein gesundes Raumklima. Ebenfalls positiv ist die feuchteregulierende Wirkung des Lehms, der als nachhaltig, schadstofffrei und wohngesund gilt. Der Einbau ist vergleichsweise unkompliziert, und Sie können die Heizung an Wand, Dachschräge oder Decke anbringen. Unschöne Heizkörper entfallen und stören das Raumdesign nicht.
Lehm- oder Ziegel-Wandheizung?
Die Funktionsweise der Lehm-Wandheizung entspricht der der Ziegel-Wandheizung, sodass sich die Vorzüge weitgehend gleichen. Ein besonderer Vorteil des Lehms ist das gesunde Raumklima: Lehm gilt als wertbeständig, nachhaltig und wohngesund und reguliert die Feuchtigkeit im Raum. Wer Wert auf natürliche Baustoffe legt, findet in der Lehmvariante daher oft die passendere Lösung.
Kann ich die Heizung selbst einbauen?
Einige Arbeiten lassen sich in Eigenleistung übernehmen, etwa das Erstellen der Vorsatzschale. Das Netzrohr der Wandheizung verlegt der Heizungsmonteur, anschließend erfolgt der Anschluss an das Heizsystem, ähnlich wie bei einem klassischen Heizkörper. Wichtig ist ein durchdachtes Konzept, bei dem die Heizleistung zum bestehenden System passt.
Produktbeispiele
Die End- und Verbindungselemente der Agaton Lehmwandheizung sind in zwei Größen erhältlich:
Länge in mm |
Breite in mm |
Dicke in mm |
| 1.250 | 625 | 22 |
| 625 | 625 | 22 |
Laut Hersteller beträgt die Leistungsabgabe rund 95 W/m² bei 35/30 Grad Celsius und 180 W/m² bei 45/40 Grad Celsius. Die maximale Betriebstemperatur liegt bei 95 Grad Celsius, die Oberflächentemperatur der Wand sollte 40 Grad Celsius nicht überschreiten. Auch die Lehmwandheizung von Claytec verschwindet nach der Installation unsichtbar im Raum. Bei der Ausführung der WEM Wandheizung liegt die Wärmeabgabe bei etwa 170 bis 200 W/m² bei 45/40 Grad Celsius, die maximale Vorlauftemperatur bei 95 Grad Celsius.
Was kostet eine Lehmwandheizung?
Der Preis hängt von Gebäudedämmung und Wohnfläche ab. Zunächst ist die benötigte Heizfläche zu bestimmen; im Allgemeinen werden etwa 25 bis 50 Prozent der Wohnfläche als Heizfläche benötigt. Bei unzureichender Dämmung kann dieser Anteil auf bis zu 100 Prozent steigen. Je Quadratmeter entstehen inklusive Verlegung Gesamtkosten von rund 75 Euro. Bei den Verbrauchskosten lässt sich gegenüber herkömmlichen Radiatoren häufig eine Reduktion um etwa 20 bis 30 Prozent erreichen, weil die Strahlungswärme ein niedrigeres Temperaturniveau erlaubt. Besonders in Kombination mit einer Wärmepumpe spielt die Lehmwandheizung ihre Stärken aus, da sie mit niedrigen Vorlauftemperaturen auskommt. So verbindet sie ein gesundes Raumklima mit einem effizienten, sparsamen Betrieb.
Für wen sich eine Lehmwandheizung eignet
Die Lehmwandheizung ist besonders für alle interessant, die Wert auf natürliche Baustoffe und ein gesundes Raumklima legen. Durch die Strahlungswärme und die feuchteregulierende Wirkung des Lehms empfinden viele Menschen das Raumklima als besonders angenehm. Sinnvoll ist die Wandheizung vor allem in gut gedämmten Gebäuden, in denen niedrige Vorlauftemperaturen ausreichen. In schlecht gedämmten Altbauten steigt dagegen der Anteil der benötigten Heizfläche stark an, was die Kosten erhöht.
Auch die Kombination mit erneuerbaren Wärmeerzeugern spricht für das System. Da die Wandheizung mit niedrigen Temperaturen arbeitet, harmoniert sie gut mit Wärmepumpen und Solarthermie und trägt so zu einem effizienten Gesamtsystem bei.
Worauf bei der Planung zu achten ist
Vor dem Einbau sollten Sie den Heizwärmebedarf und die verfügbaren Wandflächen sorgfältig ermitteln. Wichtig ist, dass die späteren Heizflächen nicht durch große Möbel oder Einbauten verdeckt werden, da dies die Wärmeabgabe behindert. Auch Bohrungen in beheizten Wänden sind später nur mit Vorsicht möglich, weil die Heizrohre nicht beschädigt werden dürfen. Eine sorgfältige Planung durch einen Fachbetrieb stellt sicher, dass die Heizleistung ausreicht und die Wandheizung optimal zum Gebäude passt. So verbindet die Lehmwandheizung dauerhaft angenehme Wärme mit einem nachhaltigen, wohngesunden Wohnkonzept.
Mit der richtigen Planung und einem passenden Wärmeerzeuger wird die Lehmwandheizung so zu einer natürlichen und effizienten Alternative zu herkömmlichen Heizkörpern.
Wer sich für dieses System entscheidet, sollte zudem auf eine fachgerechte Ausführung des Lehmputzes achten, da dieser maßgeblich zur feuchteregulierenden Wirkung und zum angenehmen Raumklima beiträgt. Ein erfahrener Betrieb sorgt für die passende Schichtdicke und eine dauerhaft rissfreie Oberfläche.
