Warmwasser durch Solarenergie

Mit einer Solaranlage auf dem Dach lässt sich nicht nur Strom und Heizwärme, sondern auch warmes Wasser erzeugen. Diese Form der Energiegewinnung heißt Solarthermie. Dieser Beitrag erklärt Technik, Kosten und Förderung.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Solarthermie erzeugt Wärme, nicht Strom, und kann den Warmwasserbedarf zu großen Teilen decken.
  • Als Faustregel gilt etwa 1 Quadratmeter Kollektorfläche pro Person.
  • Eine Anlage nur für Warmwasser kostet grob 4.000 bis 6.000 Euro.
  • Langfristig lassen sich bis zu etwa 50 Prozent der Warmwasserkosten einsparen.
  • Solarthermie lässt sich als Einzelmaßnahme über die Bundesförderung bezuschussen.

Wie viel Warmwasser sich auf diese Weise erzeugen lässt, hängt von der Sonnenscheindauer, der Lage des Dachs und der Technik ab. Die Anschaffungskosten sind vergleichsweise hoch, dafür sind die laufenden Kosten niedrig, und die Sonnenenergie steht kostenlos zur Verfügung.

Wie wird Warmwasser aus Solarenergie gewonnen?

Sonnenkollektoren auf dem Dach nehmen die Energie der Sonne auf. Sie trifft auf eine Flüssigkeit im Inneren der Kollektoren, die auf knapp 100 Grad Celsius erhitzt wird. Diese warme Solarflüssigkeit gibt ihre Wärme über einen Kreislauf an das Wasser im Solarspeicher ab und wird anschließend abgekühlt zurück zu den Kollektoren gepumpt, wo der Kreislauf von vorn beginnt. Der Solarspeicher hält das warme Wasser über längere Zeit vor, sodass es auch dann zur Verfügung steht, wenn keine Sonne scheint. Wichtig ist, dass hier Wärme erzeugt wird und nicht Strom, was die Solarthermie von der Photovoltaik unterscheidet.

Das komplette Set zur Warmwassererzeugung

Die Basis bilden die Sonnenkollektoren auf dem Dach, deren Größe sich nach dem Warmwasserbedarf richtet. Als Faustregel gilt etwa 1 Quadratmeter Kollektorfläche pro Person. Bei vier Personen sollte die Fläche also rund 4 Quadratmeter betragen. Je mehr Personen zu versorgen sind, desto größer sollte die Kollektorfläche sein. Möchten Sie zusätzlich Heizenergie erzeugen, sollten Sie eine Fläche von bis zu 10 Quadratmetern einplanen. Neben den Kollektoren benötigen Sie einen Solarspeicher, eine Heizungsanlage, Solarflüssigkeit, eine Pumpe und einen Solarkreislauf mit gut isolierten Rohren.

Welche Kosten kommen auf Sie zu?

Möchten Sie die Solarenergie nur zur Warmwassererzeugung nutzen, sollten Sie mit Investitionskosten von grob 4.000 bis 6.000 Euro rechnen. Für eine kombinierte Anlage zur Warmwasser- und Heizungsunterstützung erhöhen sich die Kosten auf etwa 7.000 bis 10.000 Euro, je nach den örtlichen Gegebenheiten. Der Ertrag hängt stark von der Ausrichtung ab: Nach Süden zeigende Kollektoren mit rund 45 Grad Neigung liefern das Maximum, eine Ost-West-Ausrichtung bringt etwa 15 bis 20 Prozent weniger, verteilt den Ertrag dafür gleichmäßiger über den Tag. Bedenken Sie, dass die Anfangskosten zwar hoch, die laufenden Kosten aber niedrig sind: Langfristig lassen sich bis zu etwa 50 Prozent der Kosten für die Warmwasserbereitung einsparen.

Welche Fördermöglichkeiten gibt es?

Die Solarthermie lässt sich als Einzelmaßnahme über die Bundesförderung für effiziente Gebäude bezuschussen, die für solche Einzelmaßnahmen über die KfW läuft und in der Regel einen Zuschuss von rund 30 Prozent der förderfähigen Kosten vorsieht. Wird die Solarthermie im Zuge eines Heizungstauschs mit einem neuen, erneuerbaren Wärmeerzeuger kombiniert, kann sie auch Teil der über die KfW abgewickelten Heizungsförderung sein. Wichtig ist in jedem Fall, den Antrag vor der Auftragsvergabe zu stellen. Da sich die Förderbedingungen ändern können, sollten Sie den aktuellen Stand prüfen und sich von einem Fachbetrieb beraten lassen.

Lohnt sich Solarthermie für Warmwasser?

Eine Solarthermieanlage für Warmwasser ist vor allem dann sinnvoll, wenn ein regelmäßiger Warmwasserbedarf besteht und das Dach günstig ausgerichtet ist, idealerweise nach Süden mit wenig Verschattung. In den Sommermonaten lässt sich der Warmwasserbedarf oft nahezu vollständig über die Sonne decken, sodass die konventionelle Heizung ruhen kann. Über das Jahr gerechnet trägt die Anlage einen erheblichen Teil zur Warmwasserbereitung bei und senkt so Energieverbrauch und Kosten. In Kombination mit der Förderung und den eingesparten Energiekosten amortisiert sich die Investition über die Jahre. Lassen Sie vor der Anschaffung prüfen, ob sich Ihr Dach eignet und welche Kollektorfläche zu Ihrem Bedarf passt.

Wichtig für einen effizienten Betrieb ist neben der richtigen Dimensionierung auch die gute Dämmung des gesamten Systems. Nicht nur der Solarspeicher, sondern auch die Rohre des Solarkreises sollten sorgfältig isoliert sein, damit die auf dem Dach gewonnene Wärme nicht auf dem Weg zum Speicher verloren geht. Ebenso spielt die Ausrichtung und Neigung der Kollektoren eine Rolle: Eine nach Süden ausgerichtete Dachfläche mit einer Neigung von etwa 30 bis 45 Grad liefert die besten Erträge. Auch die Verschattung durch Bäume oder Nachbargebäude sollte möglichst gering sein. Ein Fachbetrieb kann vor der Installation eine Ertragsprognose erstellen und die Anlage so auslegen, dass sie optimal zu Ihrem Dach und Ihrem Warmwasserbedarf passt.

Zusammengefasst ist die Warmwasserbereitung durch Solarenergie eine bewährte und klimafreundliche Möglichkeit, den Energieverbrauch im Haushalt zu senken. Die Technik ist ausgereift und langlebig, und die laufenden Kosten sind gering, da die Sonnenenergie kostenlos zur Verfügung steht. Zwar sind die Anschaffungskosten zunächst spürbar, doch durch die Förderung und die eingesparten Energiekosten rechnet sich die Anlage über die Jahre. Wer über ein geeignetes Dach verfügt und einen regelmäßigen Warmwasserbedarf hat, trifft mit einer Solarthermieanlage für Warmwasser eine sinnvolle Entscheidung, die zugleich einen Beitrag zum Klimaschutz leistet.

Ein Wort zur Stagnation: Übersteigt der Ertrag im Hochsommer den Bedarf, heizt sich der Kollektor auf über 150 Grad auf und die Solarflüssigkeit verdampft. Eine korrekt ausgelegte Anlage steckt das weg, doch eine deutlich zu groß dimensionierte Anlage durchläuft diesen Zustand häufiger und altert dadurch schneller.