Kosten eines Bhkw: Betriebs- und Anschaffungskosten

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Die Kosten für ein Blockheizkraftwerk gehören zu den höchsten aller Heizanlagen. Die komplexe Technik muss mehr als System denn als Heizung betrachtet werden. Entscheidender Unterschied zu reinen Wärmeerzeugern ist natürlich die Kraft-Wärme-Kopplung. Die Investitionen für das eigene Kraftwerk legen Sie auf Wärme- und Stromverbrauch um.
Beide Bereiche tragen zur Wirtschaftlichkeitsberechnung bei. Als Ziel wird ein Preis angestrebt, der sich nach etwa zehn Jahren Betrieb amortisiert. Bei Ihrer Recherche werden Sie sicher häufig auf einen Preis für ein Mini BHKW stoßen. In den meisten Fällen ist der Listenpreis für die Blockeinheit. Sie kann als Anhaltspunkt dienen. Allerdings wird Ihre Investition zu mindestens einem Drittel höher ausfallen, im Durchschnitt macht die Blockeinheit alleine etwa fünfzig Prozent der Gesamtsystemkosten aus.

Preis und Kostenfaktoren für ein Blockheizkraftwerk

Die Preisangebote für die Blockeinheit mit Motor, Generator und Wärmetauscher bewegen sich, abhängig von der Leistung, zwischen 8.000 und 15.000 Euro.

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Zusatzkosten

Auf diesen Preis müssen Sie folgende obligatorische und variable Kosten- und Preisfaktoren berücksichtigen:

  • Anschlusstechnik an Gebäudeinstallation
  • Brennstofftank oder Lager
  • Steuerungstechnik
  • Pufferspeicher
  • Stromspeicherbatterie
  • Schalldämpfende Maßnahmen
  • Abgasanlage
  • Belüftungsanlage
  • Transport
  • Installation und Montage
  • Zubehör wie Schmierstoffe
  • Eventuell Spitzenlastkessel
  • Einrichtungs- und Abnahmekosten

Einige Hersteller bieten einen BHKW Rechner online an, in dem Sie alle relevanten Daten eingeben können, um zu einem Gesamtpreis zu kommen. Um Ihrer Gesamtkalkulation „ehrliche“ Anschaffungskosten zugrunde legen zu können, sollten Sie nur die Preise für betriebsfertige Anlagen vergleichen.

Förderungen und Versorgungsbedingungen

Entsprechend der breiten Auswahl an Brennstoffen und Betriebsarten eines Blockheizkraftwerks können Sie Förderung beanspruchen. Sowohl die Förderung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) als auch BAFA-Förderung kommen in Frage. Hinzu kommen  regionale Förderprogramme. Insbesondere im Bereich regenerativer Energien existieren viele Anreizprogramme.

Speziell für das eigene Kraftwerk führen auch die Bedingungen und indirekte Förderung der Stromversorger und Netzbetreiber zu entscheidenden Kostenfaktoren. Einspeisevergütungen und Einsparungen durch nicht verbrauchten Netzstrom differieren und können im deregulierten Strommarkt entscheidenden Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit Ihres Kraftwerks ausüben.

Grundlagen der Kostenkalkulation

Sehr wichtig für ein Vermeiden einer „Milchmädchenrechnung“ beim BHKW kaufen ist die strikte Trennung der Kostenbereiche.

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Kalkulationscheckliste

Ihre Kalkulation muss beinhalten:

Anschaffungspreis der betriebsbereiten Gesamtanlage mit Wärmeausgabe

  • Brennstoffkosten unter Berücksichtigung erwartbarer Preissteigerungen
  • Betriebsstromverbrauch auch für Zubehör wie Hebeanlagen oder ähnliches
  • Wartungs- und Instandhaltungskosten
  • Prozentuale Leistungsabnahme und Ausnutzungsgrad
  • Stromeigenverbrauch
  • Stromüberschuss
  • Wärmespeichervolumen
  • Stromspeichervolumen
  • Jährlicher Energieverbrauch
  • Einnahmen aus Rückvergütungen
  • Ersparnisse für vermiedene Kosten für Heizstrom
  • Förderung der Heizung
  • Steuerrückerstattungen

Legen Sie Ihre Gesamtkalkulation auf 25 Jahre an und berücksichtigen Sie auch zu erwartende Veränderungen Ihrer Lebenssituation. Dazu gehören Kinder, die den Haushalt verlassen, Anbaupläne und eventuelle Erweiterungen zu virtuellen Kraftwerksverbünden in der Nachbarschaft.

Gebrauchtmarkt eröffnet Einsparchancen

Da Blockheizkraftwerke seit über zehn Jahren auf technisch auch heute noch vertretbarem Stand verkauft und betrieben werden, kann ein gebrauchtes BHKW eine Option darstellen. In den meisten Fällen müssen Sie allerdings auf Fördermöglichkeiten verzichten. Bezüglich des Zustands des Kraftwerks sind ähnliche Parameter wie beim Kauf eines gebrauchten Fahrzeugs anzulegen.

Neben der Sichtkontrolle des Kraftwerkblocks sind dokumentierte Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten wichtig. Idealerweise existiert eine Art Pflegescheckheft, das vom Hersteller autorisiert ist. Sehr wichtig ist eine Definition von Zielfenstern bezüglich Leistungsabgabe und Komparabilität zu bei Ihnen vorhandenen Anschlüssen und Installationen. Neben diesen Ausschlusskriterien sollten Sie sich im Vorhinein auf die infrage kommenden Brennstoffe festlegen.

Kostenkurve flacht deutlich ab

Im Gesamtüberblick teilen sich die Kosten für ein Blockheizkraftwerk anders auf als bei anderen Heizsystemen. Grob gesagt sind die Kosten zu Beginn deutlich höher und verdienen sich ansteigend im Betrieb zurück. Bei der Kalkulation der jährlichen Kosten einschließlich der Anschaffungsinvestition liegen Sie mehr oder weniger deutlich über den Kosten anderer Systeme. Wirtschaftlich attraktiv wird Ihr persönliches Kraftwerk, je genauer die Dimensionierung zu Ihrem Bedarf an Wärme und Strom passt. Die Amortisationszeit für 15.000 bis 25.000 Euro Anfangsinvestition beträgt in etwa 10 Jahre.