
Ein Grundofen ist eine Ofenheizung, bei der die Feuerstätte auf dem Grund steht. Diese Öfen werden überwiegend handwerklich hergestellt und vor Ort eingebaut; nur der Feuerraum ist vorgefertigt. Als Wärmespeicheröfen haben Grundöfen eine jahrhundertelange Tradition. Ihre Besonderheit ist die lange Wärmeabgabe: Nach kurzer Befeuerung geben sie noch stundenlang Wärme ab. Wir erklären, wie ein Grundofen funktioniert, wie er aufgebaut ist, was ihn von einem Kamin unterscheidet und was er kostet.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Der Grundofen ist ein Wärmespeicherofen, der nach kurzer Befeuerung stundenlang Wärme abgibt.
- Er wird handwerklich vor Ort gemauert; als Speichermaterial dient meist Schamottstein.
- Anders als ein einfacher Kamin speichert er den Großteil der Wärme und strahlt sie langsam ab.
- Er muss die Vorgaben des Immissionsschutzes erfüllen und an den Kamin angeschlossen werden.
Der Vorteil des Grundofens
Die Besonderheit dieser Öfen ist die lange Wärmeabgabe. Man feuert den Ofen nur kurz, etwa eine Stunde, doch die Wärme hält danach noch stundenlang an. Zugleich wird es schnell nach dem Anfeuern warm. Das gewährleistet die besondere Konstruktion: Durch die Ofentür entweicht sofort ein Teil der Wärme, sodass sich der Raum rasch aufheizt. Ein weiterer Teil der Wärme steigt durch ein langes, geschlängeltes Rauchgassystem auf und erwärmt die Ummantelung, von der die Wärme über einen langen Zeitraum abstrahlt. Bei einem typischen Grundofen dienen etwa 20 Prozent der Wärme der schnellen Aufheizung, während rund 80 Prozent gespeichert werden. Zudem lässt sich ein Grundofen leicht reinigen, da beim Heizen mit Holz wenig Asche entsteht.
Aufbau und Befeuerung
Das Herzstück ist die Feuerkammer, in der das Holz brennt. Soll der Ofen auch mit Kohle befeuert werden, ist ein zusätzlicher Feuerrost nötig, da Kohle von unten Luftzufuhr zum Abbrennen benötigt und daher erhöht liegen muss. Darüber verläuft das Rauchgas-Zugsystem, das durch den Ofen bis zum Kamin führt. Dieses lange Zugsystem ist entscheidend für die Wärmespeicherung, da die heißen Rauchgase auf ihrem Weg viel Wärme an das Mauerwerk abgeben.
Wärmespeicherung und Verkleidung
Als Speichermaterial dient meist Schamottstein, ein feuerfestes Material mit hoher Speicherfähigkeit, das um Feuerkammer und Rauchsystem gemauert wird. Über diese Grundkonstruktion hinaus gibt es Grundöfen in vielen Formen und Größen, auch die Maße der Ofentür variieren. Die Außenverkleidung lässt sich individuell gestalten, etwa mit Kacheln, Naturstein oder verputzten Schamottplatten. Auch Extras wie ein Holzfach im Mauerwerk oder eine integrierte Sitzbank sind möglich, was den Grundofen zu einem individuellen Wärme- und Wohnelement macht.
Der Unterschied zum Kamin
Der wesentliche Unterschied zwischen einem Grundofen und einem einfachen Kamin liegt in der Wärmespeicherung. Ein offener Kamin oder ein einfacher Kaminofen gibt die Wärme überwiegend während des Abbrennens direkt an den Raum ab; ist das Feuer aus, kühlt der Raum rasch wieder aus. Der Grundofen dagegen speichert den Großteil der Wärme im massiven Schamottmauerwerk und gibt sie über viele Stunden als angenehme Strahlungswärme ab. Dadurch muss seltener nachgelegt werden, und die Wärme wird als besonders behaglich empfunden. Diese Speicherfähigkeit macht den Grundofen effizienter und komfortabler als einen einfachen Kamin, erfordert aber die massive, handwerklich gemauerte Bauweise.
Rahmenbedingungen
Ein Grundofen muss die Anforderungen des Immissionsschutzes, geregelt in der Bundes-Immissionsschutzverordnung, erfüllen. Deshalb werden ausschließlich vorgefertigte und geprüfte Feuerkammern verwendet, während eine vollständig individuelle Herstellung zu aufwendig wäre. Mit geprüften Modellen sind die gesetzlichen Vorgaben abgedeckt. Zudem ist ein Anschluss an den Kamin nötig, und bei wandnaher Montage muss die Wand entsprechend isoliert werden. Beim Einbau kann man einen Handwerker beauftragen oder einen Bausatz erwerben, wobei der Selbstbau handwerkliches Geschick erfordert.
Kosten
Die Kosten hängen stark von Größe und Ausführung ab. Kleine, einfache Modelle sind ab etwa 2.000 Euro erhältlich, während aufwendige Grundöfen mit hochwertiger Verkleidung auch fünfstellige Beträge erreichen können. Hinzu kommen die Kosten für den Handwerker, sofern der Ofen nicht selbst gebaut wird. Angesichts der langen Lebensdauer, der guten Wärmespeicherung und des Komforts kann sich die Investition jedoch lohnen, zumal Holz als nachwachsender Rohstoff vergleichsweise günstig und klimaschonend ist, sofern es aus nachhaltiger Quelle stammt.
Für wen sich ein Grundofen eignet
Ein Grundofen eignet sich vor allem für alle, die dauerhafte, behagliche Holzwärme schätzen und bereit sind, in eine hochwertige, langlebige Lösung zu investieren. Da er die Wärme über viele Stunden abgibt, ist er besonders komfortabel und muss seltener befeuert werden als ein einfacher Kaminofen. Voraussetzung sind ein geeigneter Standort mit tragfähigem Untergrund, ein Anschluss an den Kamin und ausreichend Platz, da der Ofen massiv gebaut ist. Auch die Versorgung mit trockenem Brennholz sollte gesichert sein. Wer über diese Voraussetzungen verfügt und Wert auf eine behagliche, sichtbare Feuerstelle mit hoher Speicherwirkung legt, trifft mit einem Grundofen eine lohnende Wahl, die über viele Jahre Freude bereitet.
Fazit
Der Grundofen ist ein handwerklich gemauerter Wärmespeicherofen, der nach kurzer Befeuerung noch stundenlang angenehme Strahlungswärme abgibt. Anders als ein einfacher Kamin speichert er den Großteil der Wärme im massiven Schamottmauerwerk und gibt sie langsam ab, was ihn effizienter und behaglicher macht. Er muss geprüfte Feuerkammern und die Vorgaben des Immissionsschutzes erfüllen und an den Kamin angeschlossen werden. Die Kosten reichen je nach Größe und Ausführung von rund 2.000 Euro bis in den fünfstelligen Bereich. Für alle, die dauerhafte, behagliche Holzwärme schätzen, ist der Grundofen eine lohnende Anschaffung.
