Maßeinheiten für Holz

Das Heizen mit Holz gilt als nachhaltig und kostengünstig. Um Liefermenge und Lagerbestand an Brennholz richtig einzuschätzen, ist es wichtig, die Maßeinheiten für Holz zu kennen. Wir stellen die vier wichtigsten Größen und ihre Umrechnung vor. Als Hilfe dient die Festmeter-Tabelle der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die wichtigsten Maßeinheiten für Holz sind Festmeter (fester Holzanteil ohne Zwischenräume), Raummeter, Schüttraummeter und die Tonne als Gewichtsangabe.
  • Sie lassen sich mit festen Faktoren umrechnen. Ein Festmeter entspricht etwa 1,4 Raummetern und rund 2 bis 2,2 Schüttraummetern.
  • Beim Kauf sollten Sie neben der Maßeinheit auf die Holzfeuchte achten, denn nur gut getrocknetes Holz mit unter 20 Prozent Feuchte liefert die volle Wärme.

Die Maßeinheiten

Beim Brennholz sind vier Größen gebräuchlich:

  1. Festmeter (fm): Ein Festmeter bezeichnet einen Kubikmeter fester Holzmasse ohne Zwischenräume.
  2. Raummeter (rm): Ein Raummeter ist die Menge geschichteten Holzes, die einschließlich der Zwischenräume einen Kubikmeter einnimmt.
  3. Schüttraummeter (Srm): Ein Schüttraummeter bezeichnet einen Kubikmeter lose geschütteter Holzteile wie Hackgut oder gespaltenes Scheitholz.
  4. Tonne (t): Die Tonne bezieht sich auf das Gewicht des Holzes. Aussagekräftig ist sie nur bei bekannter Holzfeuchte, da Wasser das Gewicht stark beeinflusst.

Wann verwende ich welche Maßeinheit?

Der Schüttraummeter wird genutzt, wenn sich das Material nicht oder nur schwer schichten lässt, etwa bei Hackschnitzeln oder lose geschüttetem Kaminholz. Der Raummeter ist die gebräuchlichste Einheit beim Kauf von geschichtetem Scheitholz. Sollen die Zwischenräume herausgerechnet werden, ist der Festmeter die richtige Wahl. Beim Vergleich von Angeboten ist es wichtig, auf die jeweilige Einheit zu achten, da sich die Mengen deutlich unterscheiden.

Die Umrechnung

Für die Umrechnung gelten Richtwerte. Ein Festmeter Rundholz entspricht beispielsweise rund 2,5 Schüttraummetern Feinhackgut. Die genaue Umrechnung vom Gewicht hängt von der Holzart und der Feuchte ab. Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft hat dazu eine Umrechnungstabelle veröffentlicht:

Maßeinheit

Umrechnung

1 Festmeter = 1,4 Raummeter = 2 bis 2,2 Schüttraummeter
1 Raummeter = 0,7 Festmeter = 1,4 bis 1,6 Schüttraummeter
1 Schüttraummeter = 0,45 bis 0,5 Festmeter = 0,6 bis 0,7 Raummeter

Die Preise für Brennholz

Die Preise für Brennholz sind in den vergangenen Jahren gestiegen und schwanken je nach Region, Holzart, Feuchte und Abnahmemenge deutlich. Hartholz wie Buche oder Eiche ist wegen des höheren Energiegehalts teurer als Weichholz wie Fichte oder Kiefer. Trockenes, ofenfertiges Holz kostet mehr als frisches Holz, das noch gelagert werden muss. Wer Holz kauft, sollte deshalb immer darauf achten, ob sich der Preis auf Festmeter, Raummeter oder Schüttraummeter bezieht, und die Angebote auf die gleiche Einheit umrechnen, um sie fair vergleichen zu können.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Holz ist ein natürliches Material mit unterschiedlichen Zuständen. Ein wichtiger Punkt ist die Feuchte. Waldfrisches Holz hat einen Feuchtegehalt von rund 40 Prozent und ist durch das enthaltene Wasser schwerer, liefert aber weniger Wärme. Erst durch die gezielte Trocknung auf unter 20 Prozent Feuchte erreicht das Holz seinen vollen Energiegehalt und verbrennt sauber. Achten Sie beim Kauf deshalb nicht nur auf Preis und Menge, sondern auch auf die Feuchte, die Mindestabnahmemenge und die Lieferbedingungen. So stellen Sie sicher, dass Sie für Ihr Geld tatsächlich die erwartete Wärmemenge erhalten.

Vom Volumen zur Wärme

Letztlich zählt beim Heizen mit Holz nicht das Volumen allein, sondern der tatsächlich nutzbare Energiegehalt. Dieser hängt von der Holzart und der Feuchte ab: Ein Raummeter Buche liefert deutlich mehr Wärme als ein Raummeter Fichte, weil Hartholz eine höhere Dichte und damit mehr Masse je Raummeter besitzt. Deshalb ist ein scheinbar günstiger Preis je Raummeter Weichholz nicht automatisch die bessere Wahl. Rechnen Sie im Zweifel auf den Energiegehalt um oder vergleichen Sie den Preis je Kilowattstunde, um verschiedene Angebote realistisch bewerten zu können. Mit dem Wissen um die Maßeinheiten und die Einflussfaktoren kaufen Sie Brennholz gezielt und wirtschaftlich ein.

Zusammengefasst helfen Ihnen die Maßeinheiten Festmeter, Raummeter, Schüttraummeter und Tonne, Angebote richtig einzuordnen und den Bedarf realistisch zu planen. Achten Sie beim Kauf immer darauf, welche Einheit angegeben ist, und rechnen Sie die Angebote mit den bekannten Faktoren auf eine gemeinsame Größe um. Berücksichtigen Sie zudem Holzart und Feuchte, denn beide bestimmen den tatsächlichen Wärmeertrag. So vermeiden Sie böse Überraschungen und stellen sicher, dass Ihr Brennholzvorrat zu Ihrem Heizbedarf passt.

Wer regelmäßig mit Holz heizt, entwickelt mit der Zeit ein Gefühl für die benötigten Mengen. Zu Beginn hilft es, den eigenen Jahresbedarf grob abzuschätzen und beim Kauf stets die gleiche Maßeinheit zugrunde zu legen, um Vorrat und Lagerplatz gut zu planen.

Berücksichtigen Sie beim Lagern zudem, dass frisches Holz noch ein bis drei Jahre trocknen muss, bevor es die volle Wärme liefert. Planen Sie den Vorrat deshalb vorausschauend, damit stets ausreichend trockenes Brennholz zur Verfügung steht und Sie nicht auf feuchtes Holz zurückgreifen müssen.

Insgesamt lohnt es sich, die Maßeinheiten für Holz zu kennen, denn sie sind die Grundlage für einen klugen und wirtschaftlichen Einkauf. Wer Angebote auf eine gemeinsame Einheit umrechnet und dabei Holzart und Feuchte berücksichtigt, kauft gezielt das Brennholz, das den besten Wärmeertrag für sein Geld liefert.