
Bei Schamottstein handelt es sich um einen künstlich hergestellten Werkstoff, der in dieser Form nicht in der Natur vorkommt. Als Rohstoff dient Ton: Aus Rohton entsteht zunächst eine vorgebrannte Schamottekörnung, unter Zugabe von weiterem Ton wird daraus das Endprodukt geformt und gebrannt. Schamottsteine zeichnen sich durch ihre hohe Feuer- und Hitzebeständigkeit aus und sind zugleich sehr gute Wärmespeicher. Aus diesen beiden Gründen kommen sie vor allem im Ofenbau zum Einsatz. Ihr geringer Preis trägt zusätzlich zur weiten Verbreitung bei.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Schamottsteine sind künstlich aus Ton hergestellte, hitzebeständige Steine, die Wärme aufnehmen und langsam wieder abgeben. Dadurch bleibt ein Raum auch dann noch warm, wenn das Feuer im Ofen bereits erloschen ist.
- Im Ofen kleiden Schamottsteine die Brennkammer aus und schützen das tragende Material wie Gusseisen oder Stahl vor der direkten Flamme. Für die sichtbare Außenverkleidung eignen sie sich optisch nicht.
- Nach einigen Jahren werden Schamottsteine porös und müssen ausgetauscht werden. Der Wechsel lässt sich mit etwas handwerklichem Geschick und dem passenden Schamottemörtel selbst durchführen.
Schamottsteine speichern die Wärme
Schamottsteine in Kaminöfen und offenen Kaminen nehmen einen Teil der erzeugten Wärmeenergie auf und geben sie zeitverzögert an den Raum ab. Das Ergebnis ist eine gleichmäßigere und angenehmere Beheizung. Selbst wenn das Feuer längst ausgegangen ist, strahlen die Steine noch spürbar Wärme ab. Das macht sich auch bemerkbar, wenn das Feuer zwischendurch versehentlich erlischt: Der Raum kühlt nicht sofort aus, sondern hält die Temperatur über eine gewisse Zeit.
Auskleidung des Feuerraums
In aller Regel dienen Schamottsteine der Innenverkleidung der Brennkammer. Dort liegen sie direkt am Feuer und schützen das Grundmaterial des Ofens, etwa Gusseisen oder Stahlblech, vor Überhitzung. Für die Außenverkleidung, wie sie bei Kachelöfen zu sehen ist, eignen sich Schamottsteine dagegen nicht, weil sie optisch schlicht wirken. Für sichtbare Flächen sind Natursteine, Keramik oder Kacheln die bessere Wahl, während die Schamotte im Verborgenen für die Wärmespeicherung sorgt.
Hersteller |
Hitzebeständigkeit |
Abmessung in mm |
Preis |
Kamino Flam![]() |
1250 Grad Celsius | 250x124x20 bis 300x200x30 | 2,99 bis 8,34 Euro |
Pur Schamotte![]() |
1400 Grad Celsius | 300x200x30 | ab 7,49 Euro |
Notwendiger Austausch der Schamottsteine
Nach einer gewissen Betriebsdauer müssen Sie einzelne Schamottsteine oder die komplette Verkleidung der Brennkammer auswechseln. Wie lange die Steine halten, hängt von der Art der Nutzung und der Qualität des Materials ab. Grundsätzlich empfiehlt sich ein schonender Umgang. Stoßen Sie zum Beispiel nicht mit Brennholz gegen die Steine, denn der poröse Werkstoff ist empfindlich und Bestandteile können abbrechen. Doch selbst bei vorsichtiger Behandlung ist nach einigen Jahren ein Austausch fällig. Diesen können Sie einem Ofenbauer überlassen oder selbst vornehmen. Im zweiten Fall helfen Ihnen folgende Hinweise:
- Kaufen Sie im Fachhandel oder online ausreichend Schamottsteine mit den passenden Maßen.
- Wollen Sie die Steine selbst zuschneiden, arbeiten Sie mit einer Flex mit diamantbesetztem Schneideblatt und üben Sie nur wenig Druck aus, da das Material bricht.
- Verwenden Sie speziellen Schamottemörtel, der die Anforderungen an Feuer- und Hitzebeständigkeit erfüllt.
- Entfernen Sie die alten Steine, reinigen Sie die Feuerkammer gründlich und setzen Sie die neuen Schamottsteine nach und nach ein, verbunden mit dem Mörtel.
Woran Sie verschlissene Steine erkennen
Ein Austausch ist angebracht, sobald sich deutliche Risse zeigen, Ecken abbrechen oder die Oberfläche stark bröckelt. Kleine Haarrisse sind bei Schamotte normal und noch kein Grund zur Sorge, solange die Steine formstabil bleiben. Werden die Risse jedoch breiter oder lösen sich Stücke, verliert die Verkleidung ihre Schutzwirkung und sollte erneuert werden. Kontrollieren Sie die Brennkammer am besten zu Beginn der Heizsaison, wenn der Ofen kalt ist, und tauschen Sie schadhafte Steine rechtzeitig aus, bevor das dahinterliegende Material Schaden nimmt.
Elektroheizungen mit Schamottekern
Auch Hersteller von Elektroheizungen nutzen Schamotte zur Wärmespeicherung. Von außen ist meist nicht zu erkennen, dass eine Elektroheizung einen Schamottekern besitzt, denn die oft dünne Steinplatte sitzt hinter der Verkleidung der Heizung. Ähnlich wie ein Holzofen gibt ein solcher Heizkörper die Wärme lange und gleichmäßig ab. Bedenken Sie allerdings, dass das Heizen mit Strom trotz der guten Wärmespeicherung zu den teuersten Heizarten zählt. Für die dauerhafte Beheizung eines ganzen Hauses ist diese Variante daher meist nicht die wirtschaftlichste Lösung.
Die Vorteile von Schamottsteinen im Überblick
Schamottsteine vereinen mehrere Eigenschaften, die sie für den Ofenbau nahezu unverzichtbar machen. Ihre hohe Feuerfestigkeit hält Temperaturen von weit über tausend Grad Celsius stand, ohne dass das Material Schaden nimmt. Gleichzeitig speichern die Steine große Wärmemengen und geben sie zeitverzögert wieder ab, was den Brennstoffverbrauch senkt und die Wärmeabgabe gleichmäßiger macht. Weil sie das tragende Material der Brennkammer vor der direkten Flamme schützen, verlängern sie zudem die Lebensdauer des gesamten Ofens. Nicht zuletzt sind Schamottsteine vergleichsweise günstig und im Fachhandel in vielen Formaten erhältlich, sodass sich verschlissene Steine ohne großen finanziellen Aufwand ersetzen lassen.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Beim Kauf spielen vor allem die Abmessungen und die angegebene Hitzebeständigkeit eine Rolle. Messen Sie die vorhandenen Steine genau aus, damit die neuen Platten passgenau in die Brennkammer eingesetzt werden können. Achten Sie außerdem darauf, dass die Hitzebeständigkeit zur Feuerungsart passt: Für einen normalen Holzofen genügen Steine, die etwa 1250 Grad Celsius aushalten, während bei intensiverer Nutzung höhere Werte sinnvoll sind. Kaufen Sie im Zweifel lieber einige Steine mehr, denn bei der Verarbeitung kann durch das Zuschneiden Bruch entstehen. Wer sich den Austausch nicht selbst zutraut, ist mit einem Ofenbauer gut beraten, der die passenden Steine mitbringt und fachgerecht einsetzt.


