Heiz-Treibgas, meist Flüssiggas genannt, ist ein Brennstoff, der wie Erd- oder Biogas in Gasheizungen zum Einsatz kommt. Er eignet sich vor allem für Gebäude ohne Erdgasanschluss, wird aber in einem Drucktank gelagert und ist als fossiler Energieträger CO2-bepreist. Wir zeigen die Vor- und Nachteile.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Flüssiggas (im Englischen LPG) besteht hauptsächlich aus Propan und Butan und liefert mit rund 12,7 kWh je Kilogramm einen hohen Heizwert. Es wird in einem Drucktank im oder am Haus gelagert.
- Der große Vorteil: kein Erdgasanschluss nötig, kein Kamin, nur eine Abgasleitung. Tanks lassen sich kaufen oder mieten und auch unterirdisch versenken.
- Als fossiler Brennstoff ist Flüssiggas nicht erneuerbar, vergleichsweise teuer und über den CO2-Preis mit steigenden Kosten belastet. Für neue Heizungen greift ab 2029 die Bio-Treppe mit steigendem Anteil erneuerbarer Brennstoffe.

Heiz-Treibgas, auch Flüssiggas genannt, kommt wie Biogas oder Erdgas in Gasheizungen zum Einsatz. Es fällt bei der Erdöl- und Erdgasverarbeitung an und wird im Englischen als „Liquefied Petroleum Gas“ (LPG) bezeichnet. Anders als Erdgas, dessen Hauptbestandteil Methan ist, besteht Flüssiggas hauptsächlich aus Propan und Butan.
Heiz-Treibgas für Gasheizungen
Flüssiggas wird unter Druck flüssig und lässt sich dadurch platzsparend im Tank bevorraten. Beim Betrieb einer Flüssiggasheizung entnimmt der Brenner das Gas aus dem Tank, ganz ähnlich wie eine Erdgasheizung es aus dem Netz bezieht. Moderne Brennwertgeräte nutzen zusätzlich die Wärme des Abgases und erreichen dadurch hohe Wirkungsgrade. Der wesentliche Unterschied zur Erdgasheizung liegt in der Bevorratung: Statt einer festen Netzanbindung ist der Nutzer auf regelmäßige Lieferungen und einen ausreichend dimensionierten Tank angewiesen.
Mit einem Heizwert von rund 12,7 Kilowattstunden je Kilogramm eignet sich Flüssiggas gut als Brennstoff in Gasheizungen. Wenn Sie Flüssiggas nutzen möchten, muss der Brennstoff in einem Tank im Haus oder in dessen Nähe gelagert werden. Vor der Auswahl des Tanks sollten Sie den Jahresbedarf ermitteln, denn daraus ergibt sich die passende Tankgröße. Der Tank darf aus Sicherheitsgründen nur zu etwa 85 Prozent befüllt werden. Viele Eigentümer versenken den Tank im Erdreich, er kann aber auch oberirdisch im Freien stehen.
Die Vorteile von Heiz-Treibgas
Gegenüber Erdgas hat Flüssiggas den Vorteil, dass kein Anschluss an ein Erdgasnetz nötig ist, was es für Gebäude in netzfernen Lagen interessant macht. Der Energiegehalt je Kilogramm ist hoch, und die Verbrennung erzeugt unter anderem weniger Feinstaub als bei Heizöl. Die Tanks lassen sich problemlos im Garten aufstellen oder unterirdisch versenken, sodass kein nutzbarer Platz verloren geht. Häufig lassen sich Flüssiggastanks auch mieten, was die Anschaffungskosten senkt. Zudem ist kein Kamin erforderlich, eine Abgasleitung genügt.
Nachteile von Heiz-Treibgas
- Als fossiler Brennstoff zählt Flüssiggas nicht zu den erneuerbaren Energien und unterliegt der CO2-Bepreisung, die die Kosten Jahr für Jahr erhöht.
- Im Vergleich zu anderen Brennstoffen ist Flüssiggas verhältnismäßig teuer, und der Preis ist eng an den Heizölpreis gekoppelt.
- Die Lagerung erfordert einen speziellen, druckfesten Tank, da der Brennstoff leicht entzündlich ist und entsprechende Sicherheitsvorschriften gelten.
Sicherheit: Kohlenmonoxid-Warnmelder
Wie bei jeder Gasheizung ist die Sicherheit wichtig. Ein Kohlenmonoxid-Warnmelder, der bei gefährlichen CO-Konzentrationen mit einem lauten Signal warnt, erhöht den Schutz spürbar und ist eine sinnvolle Ergänzung. Achten Sie auf ein geprüftes Gerät nach der einschlägigen Norm und auf eine ausreichende Sensorlebensdauer. Die regelmäßige Wartung der Heizung durch einen Fachbetrieb und die Abnahme durch den Schornsteinfeger stellen den sicheren Betrieb zusätzlich sicher.
Flüssiggaspreise und weitere Kosten
Der Preis für Heiz-Treibgas ist eng an den Heizölpreis gekoppelt und schwankt entsprechend. Wie beim Heizöl hängt der Literpreis stark von der Abnahmemenge und der Region ab: Größere Bestellmengen senken den Preis, kleinere Mengen und weite Transportwege erhöhen ihn. Für die Anschaffung eines Flüssiggastanks sind etwa 1.500 bis 2.000 Euro einzuplanen, hinzu kommen Anschlusskosten von mindestens rund 400 Euro. Häufig wird der Tank in Verbindung mit einem Liefervertrag auch zur Miete angeboten, was die Anfangskosten reduziert, Sie aber an einen Anbieter bindet. Rechnen Sie bei der langfristigen Planung den steigenden CO2-Preis mit ein, der fossile Brennstoffe über die Jahre spürbar verteuert.
Flüssiggas und der rechtliche Rahmen
Nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das seit dem 29. Juli 2026 gilt und das frühere Gebäudeenergiegesetz abgelöst hat, bleibt der Einbau von Gasheizungen technologieoffen möglich. Für neu eingebaute Öl- und Gasheizungen, zu denen auch Flüssiggasheizungen zählen, gilt jedoch ab 2029 die sogenannte Bio-Treppe mit einem steigenden Anteil erneuerbarer Brennstoffe. Erfüllen lässt sich diese Vorgabe etwa über biogenes Flüssiggas oder eine Hybridlösung mit einer Wärmepumpe. Wer heute vor einer Entscheidung steht, sollte daher prüfen, ob sich ein förderfähiger Umstieg auf ein erneuerbares System langfristig mehr lohnt als eine reine Flüssiggasheizung.
Häufige Fragen zum Heiz-Treibgas
Woraus besteht Heiz-Treibgas?
Hauptsächlich aus Propan und Butan. Anders als Erdgas, das überwiegend aus Methan besteht, lässt sich Flüssiggas unter Druck verflüssigen und in einem Tank lagern.
Braucht eine Flüssiggasheizung einen Kamin?
Nein. Für Heiz-Treibgas genügt eine Abgasleitung, ein Kamin ist nicht erforderlich. Der Brennstoff wird in einem druckfesten Tank im oder am Haus gelagert.
Lohnt sich das Heizen mit Flüssiggas noch?
Als fossiler Brennstoff ist Flüssiggas durch den steigenden CO2-Preis langfristig teuer, und ab 2029 gilt die Bio-Treppe. In netzfernen Lagen kann es sinnvoll sein, oft ist aber ein förderfähiger Umstieg auf eine Wärmepumpe oder Hybridlösung wirtschaftlicher.
