
Besonders in ländlichen Gegenden besteht in vielen Kommunen noch kein Anschluss an das öffentliche Gasnetz, sodass mit Öl oder Flüssiggas aus separaten Tanks geheizt wird. Ist das Netz vorhanden, kann sich die Umstellung von Flüssiggas auf Erdgas lohnen. Dieser Beitrag erklärt Ablauf, Kosten und Förderung.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Die Umstellung setzt einen Anschluss der Straße an das öffentliche Gasnetz voraus.
- Ein Fachbetrieb prüft im Vorfeld die Voraussetzungen und plant die Umrüstung.
- Der Eigenanteil liegt beim Einfamilienhaus grob bei 8.000 bis 12.000 Euro.
- Eine reine neue Gasheizung ist beim Neueinbau nur eingeschränkt zulässig und nicht förderfähig.
- Förderfähig sind dagegen Hybridlösungen mit erneuerbaren Komponenten.
Voraussetzungen prüfen lassen
Voraussetzung für die Umstellung ist, dass die Straße an das öffentliche Netz angeschlossen ist, denn lange Leitungswege treiben die Kosten in die Höhe. Ziehen Sie frühzeitig einen Gas- und Wasserinstallateur hinzu, der beurteilt, ob das Haus für eine Umrüstung infrage kommt, und der Beratung, Planung und Umsetzung übernimmt. Wichtig ist, die Fördermöglichkeiten vor der Auftragsvergabe zu klären und einen etwaigen Antrag rechtzeitig zu stellen.
Ablauf der Umrüstung
Sind die Planungen abgeschlossen, werden der alte Flüssiggastank und die alte Heizung demontiert und fachgerecht entsorgt. Wird eine Brennwertheizung installiert, muss das Abgassystem saniert werden, da die Feuchtigkeit im Abgas dem Brennwertgerät sonst schaden könnte. Der Fachmann bestimmt den Anschlusswert der neuen Anlage. In der Regel kommen moderne, platzsparende Thermen zum Einsatz, die sich an einer freien Wand montieren lassen und oft mit einem Warmwasser- und Pufferspeicher kombiniert sind. Anschließend wird der Gasanschluss gelegt und die Heizung ans Gasnetz angeschlossen. Den Abschluss bildet der hydraulische Abgleich, der die Wärme gleichmäßig auf die Heizkörper verteilt.
Kosten und Förderung
Die Umbau- und Anschaffungskosten sind von Haus zu Haus verschieden und lassen sich nicht pauschal beziffern. Bei einem Einfamilienhaus sollten Sie mit einem Eigenanteil von grob 8.000 bis 12.000 Euro rechnen, bei Mehrfamilienhäusern entsprechend mehr. Wichtig ist der Blick auf die aktuelle Rechts- und Förderlage: Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz gelten für neu eingebaute Heizungen technologieoffene Vorgaben. Reine neue Öl- und Gasheizungen müssen ab 2029 über die Bio-Treppe einen steigenden Anteil erneuerbarer Brennstoffe nutzen. Eine reine, ausschließlich mit Erdgas betriebene Heizung ist daher beim Neueinbau nur eingeschränkt zulässig und wird nicht über die Bundesförderung für effiziente Gebäude bezuschusst. Förderfähig sind dagegen Lösungen mit erneuerbaren Komponenten, etwa eine Gas-Hybridheizung in Kombination mit einer Wärmepumpe oder Solarthermie, bei der der erneuerbare Anteil bezuschusst wird. Da sich die Vorgaben ändern können, sollten Sie die aktuelle Rechts- und Förderlage mit einem Fachbetrieb klären.
Vorteile der Umstellung
Die Umstellung von Flüssiggas auf Erdgas bringt einige praktische Vorteile mit sich. Da kein Flüssiggastank mehr benötigt wird, entsteht eine große Platzersparnis im oder vor dem Haus. Zudem entfällt das Tanken vor der Heizperiode, und die Energiekosten müssen nicht mehr im Voraus entrichtet werden, sondern werden verbrauchsabhängig abgerechnet. Erdgas aus der Leitung steht kontinuierlich zur Verfügung, sodass die Sorge um einen leeren Tank entfällt. Auch eine Kombination mit Solarthermie oder einer Wärmepumpe ist möglich und im Sinne der aktuellen Anforderungen sogar empfehlenswert.
Erdgas im Blick der Energiewende
Bei der Entscheidung sollten Sie die langfristige Entwicklung berücksichtigen. Erdgas ist ein fossiler Brennstoff, dessen Nutzung über die CO2-Bepreisung über die Jahre teurer wird, und die politischen Rahmenbedingungen zielen auf einen zunehmenden Anteil erneuerbarer Energien beim Heizen. Wer ohnehin die Heizung erneuert, sollte daher prüfen, ob statt einer reinen Gasheizung eine Wärmepumpe oder eine Hybridlösung sinnvoller ist, die sich zudem fördern lässt und langfristig unabhängiger von fossilen Energiepreisen macht. Eine fundierte Beratung durch einen Fachbetrieb hilft, die für Ihr Haus wirtschaftlich und rechtlich beste Lösung zu finden.
Vorbereitung und Ablauf im Detail
Für eine reibungslose Umstellung ist eine gute Vorbereitung entscheidend. Zunächst sollten Sie beim örtlichen Netzbetreiber klären, ob ein Anschluss an das Gasnetz überhaupt möglich ist und welche Kosten für den Hausanschluss anfallen. Anschließend beauftragen Sie einen Fachbetrieb mit der Planung, der die vorhandene Anlage begutachtet, den Anschlusswert ermittelt und die neue Heizung auslegt. Erst wenn alle Fragen zur Technik, zu den Kosten und zur Förderung geklärt sind, sollte mit dem Umbau begonnen werden. Die eigentlichen Arbeiten, von der Demontage der alten Anlage über die Installation der neuen Therme bis zum Anschluss ans Gasnetz, nehmen in der Regel nur wenige Tage in Anspruch. Wichtig ist, dass alle Arbeiten von zugelassenen Fachbetrieben ausgeführt werden, da es sich um gasführende Anlagen handelt, bei denen die Sicherheit an erster Stelle steht.
Nach der Inbetriebnahme sorgt der hydraulische Abgleich dafür, dass die Wärme gleichmäßig verteilt wird und die Anlage effizient arbeitet. Lassen Sie sich vom Fachbetrieb auch die Bedienung der neuen Heizung erklären und vereinbaren Sie einen Wartungsvertrag, damit die Anlage dauerhaft zuverlässig läuft.
Zusammengefasst kann sich die Umstellung von Flüssiggas auf Erdgas bei vorhandenem Netzanschluss durch mehr Komfort und den Wegfall des Tanks lohnen. Angesichts der gesetzlichen Anforderungen an neue Heizungen und der steigenden CO2-Kosten sollten Sie jedoch prüfen, ob statt einer reinen Gasheizung eine förderfähige Hybridlösung oder eine Wärmepumpe die zukunftssicherere Wahl ist. Eine Beratung durch einen Fachbetrieb hilft, die passende Lösung zu finden.
