Heizfläche einer Propangasheizung

Camping- und Wohnmobilfreunde kennen die flexiblen Eigenschaften einer Propangasheizung: Die Wärmequelle lässt sich aus einer mobilen Flasche speisen. Auch an anderen Orten, an denen eine bewegliche Heizung gebraucht wird, etwa im Festzelt, Garten- oder Gewächshaus, ist sie praktisch. Dieser Beitrag erklärt Modelle, Verbrauch und Kosten.

Propangas ist ein Flüssiggas, das in Flaschen oder Tanks unter Druck gelagert wird. Es kann mit dem günstigeren Butangas gemischt sein, wobei Propan überwiegen muss, da reines Butan schon bei leichten Minusgraden nicht mehr verdampft. Propan ist schwerer als Luft und lässt sich auch in festen Tanks, etwa im Garten, lagern. Bei größeren Vorratsmengen ist auch eine leistungsfähige stationäre Propangasheizung mit Thermostat möglich.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Eine Propangasheizung wird aus einer Flasche oder einem Tank gespeist und ist flexibel einsetzbar.
  • Ein Kilogramm Flüssiggas liefert knapp 13 Kilowattstunden, ein Liter etwa 6,5 Kilowattstunden.
  • Kleine Standgeräte gibt es ab rund 30 Euro, Außenwandheizgeräte ab etwa 600 Euro.
  • Für Tankmontage und Anschluss sind rund 2.000 Euro einzuplanen.
  • Auf fossiles Flüssiggas wird zusätzlich der steigende CO2-Preis erhoben.

Verbrauch und Kosten umrechnen

Um die Kosten einzuschätzen, sind einige Umrechnungswerte hilfreich. Für die Verbrauchskosten ist die verbrauchte Energie in Kilowattstunden entscheidend. Als Faustwerte gelten: Ein Kilogramm flüssiges Propan liefert knapp 13 Kilowattstunden, ein Liter etwa 6,5 Kilowattstunden. Bei der Planung des Flaschenvorrats oder der Tankgröße gehen Sie am besten vom Bedarf aus: Ermitteln Sie den Bedarf in Kilowattstunden und rechnen ihn in die jeweilige Mengeneinheit um. Ein Tank mit 1.000 Litern Fassungsvermögen liefert bei voller Füllung rechnerisch rund 6.500 Kilowattstunden; da Tanks aus Sicherheitsgründen nur zu etwa 85 Prozent befüllt werden, sind es in der Praxis etwa 5.500 Kilowattstunden.

Den Verbrauch eines mobilen Standgeräts können Sie mit etwa 150 bis 200 Gramm Propan pro Stunde bei voller Heizleistung ansetzen. Eine Elf-Kilogramm-Flasche reicht je nach Außentemperatur und Dämmung erfahrungsgemäß mehrere Tage. Eine stationäre Propangasheizung an der Außenwand wird aus einem Erdtank versorgt. Bei der Kostenrechnung sind die Maßeinheiten des Lieferanten auf den Verbrauch umzurechnen.

Stationäre Montage an der Außenwand

Für feste Bauwerke wie ein gemauertes Gartenhaus, einen Anbau oder ein kleines Einzimmerhaus übernimmt eine Propangasheizung an der Außenwand die Beheizung. Die Geräte ähneln optisch Klimaanlagen und brauchen keinen Abgasanschluss: Frischluft strömt von außen durch Lüftungsschlitze in die Brennkammer, das Abgas wird direkt nach außen abgeleitet. Für einen Raum bis etwa 50 Quadratmeter ist eine Nennleistung ab rund 3.000 Watt nötig. Als Richtwert für diese Leistung können Sie einen Verbrauch von etwa 200 Gramm Propan pro Stunde ansetzen, was etwa 80 Gramm je Kilowatt Heizleistung entspricht. Der tatsächliche Verbrauch hängt von Außentemperatur, Dämmung und Thermostatsteuerung ab.

Anschaffungspreise

Eine kleine Propangasheizung als Standgerät, wie sie beim Camping üblich ist, beginnt bei etwa 30 Euro. Gasheizgebläse kosten rund 50 bis 80 Euro. Aufstellgeräte mit Gehäuse und Keramik-Wärmeelement liegen zwischen etwa 100 und 200 Euro. Außenwandheizgeräte werden ab rund 600 Euro angeboten. Für die fachgerechte Montage und den Anschluss eines Tanks sind etwa 2.000 Euro einzuplanen. Einige Gaslieferanten bieten Miettanks an, deren Vertragsbedingungen, besonders zur Preisbildung bei künftigen Lieferungen, Sie genau prüfen sollten.

Rechtlicher Rahmen und CO2-Kosten

Wie bei anderen fossilen Brennstoffen wird auch auf Flüssiggas die nationale CO2-Bepreisung erhoben, die schrittweise steigt und das Heizen zunehmend verteuert. Ab 2027 ist der Übergang in einen europäischen Emissionshandel vorgesehen. Für eine neu eingebaute Heizung im Gebäude gelten zudem die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes zum Anteil erneuerbarer Energien. Für mobile und temporäre Anwendungen sowie kleine Nebengebäude bleibt die Propangasheizung dennoch eine praktische und schnell verfügbare Lösung. Wer dagegen ein bewohntes Gebäude dauerhaft beheizen möchte, sollte die langfristigen Kosten und mögliche erneuerbare Alternativen mit einbeziehen.

Vorteile und Grenzen

Die Propangasheizung überzeugt vor allem durch ihre Flexibilität. Sie lässt sich dort einsetzen, wo kein Erdgasanschluss vorhanden ist, ist schnell betriebsbereit und in mobiler Form leicht zu transportieren. Für Gartenhäuser, Werkstätten, Baustellen oder das Camping ist sie daher eine praktische Wärmequelle. Auch als stationäre Lösung für kleinere, nicht anderweitig versorgte Gebäude kann sie sinnvoll sein. Zu bedenken ist jedoch, dass Flüssiggas als fossiler Brennstoff Kosten verursacht, die von Marktpreisen und der CO2-Bepreisung abhängen, und dass die Lagerung in Flaschen oder Tanks Platz und Sorgfalt erfordert.

Gegenüber einer Erdgasheizung entfällt zwar die Bindung an das Gasnetz, dafür sind Verbraucher auf regelmäßige Lieferungen und einen ausreichend dimensionierten Vorrat angewiesen.

Sicherheit und Wartung

Beim Betrieb einer Propangasheizung steht die Sicherheit an erster Stelle. Da Propan schwerer als Luft ist, kann es sich bei einer Undichtigkeit am Boden sammeln, weshalb Aufstellung und Lüftung sorgfältig geplant werden müssen. Flaschen und Tanks sind vor Hitze und Beschädigung zu schützen, und der Anschluss sollte stets fachgerecht erfolgen. Bei Gasgeruch gilt: Zufuhr absperren, gut lüften, keine elektrischen Schalter oder offenen Flammen betätigen und im Zweifel den Notdienst rufen. Eine regelmäßige Wartung und die Prüfung der Anlage durch einen Fachbetrieb sorgen für einen sicheren und effizienten Betrieb. Ein Kohlenmonoxidmelder erhöht die Sicherheit zusätzlich, besonders bei Geräten mit Verbrennung im Innenraum.

Bio-Treppe: Propan und die Beimischpflicht

Eine neu eingebaute Propangasheizung unterliegt der Bio-Treppe des Gebäudemodernisierungsgesetzes. Biogenes Flüssiggas zählt dabei zu den anerkannten klimafreundlichen Brennstoffen:

Zeitpunkt Mindestanteil biogenes Flüssiggas
ab 1. Januar 2029 mindestens 10 Prozent
ab 1. Januar 2030 mindestens 15 Prozent
ab 1. Januar 2035 mindestens 30 Prozent
ab 1. Januar 2040 mindestens 60 Prozent

Anders als beim leitungsgebundenen Erdgas bestellen Sie Ihren Brennstoff selbst und können den Lieferanten frei wählen, was die Erfüllung grundsätzlich erleichtert. In der Praxis ist biogenes Propan aber bislang nur begrenzt verfügbar und teurer als konventionelle Ware. Klären Sie vor dem Kauf, ob Ihr Lieferant es überhaupt anbietet und den Anteil bescheinigen kann, denn ohne Nachweis lässt sich die Vorgabe nicht belegen.