Heizöltankprüfung: Pflichten, Kosten bei TÜV und Dekra

großer Öltank
Vor der Inbetriebnahme einer Ölheizung ist die Heizöltankprüfung Pflicht. In der Praxis lassen Eigentümer oft nur die verpflichtende und zu dokumentierende Erstprüfung des Öltanks durchführen. Danach ist eine regelmäßige Prüfpflicht für Heizöltanks (noch) nicht vorgeschrieben, sofern sie sich oberirdisch befinden, bis zu 10.000 Liter fassen und nicht in einem Wasserschutz- oder Überschwemmungsgebiet aufgestellt sind.

Solange keine Schäden entstehen, obliegt die regelmäßige Prüfung des Öltanks der Verantwortung des Betreibers. Ein Nachweis ist nicht erforderlich. Das kann sich in den nächsten Jahren jedoch ändern. Seit einigen Jahren befindet sich die Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV) in politischer Bearbeitung. Ziel ist es, eine einheitliche neue Regelung in den Bundesländern und europaweit zu etablieren.

Vorgaben und Haftungsfolgen

Laut Gesetz ist die Heizöltankprüfung gegenwärtig auf ein Intervall von fünf Jahren festgelegt. Für unterirdisch montierte Tanks aller Volumen und in Wasserschutz- und Überschwemmungsgebieten muss sie von einem zertifizierten Sachverständigen durchgeführt werden. Vor Inbetriebnahme, Versetzen oder Erweitern ist immer eine dokumentierte Erstabnahme erforderlich. Neben dem Öltank selbst erfordert der Aufstellort bestimmte Sicherheitsstandards.

Um in einem Schadensfall Versicherungsschutz zu genießen und von der Haftung ausgeschlossen werden zu können, muss die letzte entsprechend ausgeführte Öltank Prüfung beweisbar belegt werden.

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Die Intervalle für die Heizöltankprüfung können durch bauliche und örtliche Gegebenheiten abweichen. Für unterirdische Öltanks oder in gefährdeten Gebieten verkürzen sich die Fristen auf bis zu 2,5 Jahren.

Prüf- und Dokumentionsberechtigte

Nach der noch bis zum Inkrafttreten der neuen AwSV gültigen Verordnungen der Bundesländer sind vom TÜV zertifizierte Fachbetriebe und unabhängige Sachverständige zur Heizötankprüfung berechtigt. Sie fertigen einen verbindlichen und rechtsbelastbaren Prüfbericht an. Bei festgestellten Mängeln erfolgen fokussierte Nachprüfungen, bei schweren Mängeln kann eine vorübergehend Stilllegung angeordnet werden.

In der neuen AwSV wird ein WHG-Zertifikat festgeschrieben, dass Fachbetriebe für die Installation von Ölheizungen erwerben können. Die Gültigkeit des Zertifikats wird auf zwei Jahre beschränkt.

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Nicht rechtsverbindlich, aber sowohl für den Schadensfall als auch für die eigene Sicherheit empfehlenswert sind jährliche Sichtprüfungen durch den Betreiber. Dabei kann der Zustand des Heizöltanks und des Tankraums fotografisch festgehalten werden. Auch die Bitte an den Schornsteinfeger, bei seinem jährlichen Routinebesuch einen Blick auf den Öltank zu werfen, kann eventuellen Mängelentstehungen vorbeugen.

Prüfinhalte und Kriterien

Jede professionelle Prüfung des Ötanks umfasst folgende Kriterien:

  • Dichtigkeit an allen Seiten
  • Absenkung des Tankdachs
  • Sprödigkeit bei Kunststoff- und Batterietanks
  • Korrosion und Rost an Metalltanks
  • Zustand der Ab- und Zuleitungen
  • Dichtigkeit und Sitz der Anschlüsse
  • Funktion des Grenzwertgebers
  • Funktion der Füllstandsanzeige
  • Funktion der Lecküberwachung an den Versorgungsleitungen
  • Ölaustritt
  • Schmutz- und Verstopfungsspuren in Leitungen

Dekra und TÜV

Viele Fachbetriebe bieten Pauschalprüfpakete an, die auf die Vorschriften des jeweiligen Bundeslandes zugeschnitten sind. Die Kosten einer Heizöltankprüfung belaufen sich zwischen 30 und 50 Euro. Unabhängige zertifizierte Prüfer können Privatperson bei Dekra oder TÜV beauftragen.

  • Die Kosten für eine TÜV Öltank Prüfung liegen mit bis zu 100 Euro höher, zeichnen sich aber durch ihre Unabhängigkeit aus.
  • Im Mittel sollten bis zu 80 Euro pro Jahr als Prüfaufwendungen kalkuliert werden.
  • Beobachtet werden sollte auf jeden Fall die Entwicklung zur AwSV auch bezüglich der Kostenentwicklung. Noch 2017 ist mit dem Inkrafttreten zu rechnen.