Das Flammrohr als Bestandteil der Heizungsanlage

Flammrohr an Ölbrenner

Abbildung: Bosch Thermotechnik, Buderus Deutschland

Im Jahre 1811 wurde der Flammrohrkessel entwickelt. Die Flammrohre waren zwischen den beiden Kesselböden festgenietet. Verheizt wurden ausschließlich Festbrennstoffe. Die ersten Heizkessel wurden mit einem Druck von maximal 7 bar betrieben. Die Wärme wurde durch Konvektion beziehungsweise durch die Flammenausbildung erhalten. Als erste große Weiterentwicklung kann der Doppelflammrohrkessel bezeichnet werden. Er wurde überwiegend in Industriebetrieben eingesetzt, wobei bereits Drücke von bis zu 16 bar realisiert werden konnten.

Der moderne Flammrohrrauchkessel geht im Wesentlichen auf entscheidende Veränderungen in der Mitte des 20. Jahrhunderts zurück.

Das Flammrohr im Öl-Blaubrenner-Funktionsprinzip

Blaubrenner Funktionsprinzip Grafik

  • Bevor die eigentliche Verbrennung beginnt, wird das Öl verdampft
  • Die notwendige Energie wird durch die interne Rezirkulation von heißen Heizgasen im Flammrohr bezogen
  • Aus dem Brennerrohr tritt mit hoher Geschwindigkeit dann ein Verbrennungsluftstrom aus, welcher für die Ansaugung der Heizgase genutzt wird
  • Die einströmende Verbrennungsluft vermischt sich mit dem verdampftem Heizöl und sammelt sich am Anfang des Flammrohrs
  • Das weitestgehend homogene Heizgas-Luft-Gemisch verbrennt nun im Flammrohr nahezu rückstandslos

Ein Teil der abgekühlten Heizgase wird über das Flammrohr aus dem Brennraum zurückgeführt. Vor dem Flammrohr befinden sich Rezirkulationsöffnungen, durch welche die Heizgase zum Flammkern gelangen und die Temperatur der Verbrennung absenken können. Die niedrigeren Verbrennungstemperaturen tragen ebenso wie die homogene Gemischbildung zur Reduktion der Emission bei.

  • Ein Flammrohr von Buderus kostet rund 150 bis 180 Euro
  • Zu den günstigeren Modellen gehört das Buderus Flammenrohr BE BE-A mit ca. 50 Euro

Die Entwicklung von traditionellen zu modernen Kesselvarianten

Die Rauchrohrkessel werden der Gattung der Großwasserraumkessel zugeordnet. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Flammrohrrauchkessel entwickelt, welcher sich durch geschweißte Verbindungen auszeichnete. In dieser Kesselvariante ist ein Flammrohr vorhanden. Die Rauchgase werden mehrfach umgeleitet.

Dank durchdachter Konstruktionsformen und weitergehenden Entwicklungen wurde das Verhältnis zwischen der Querschnittsfläche der Rohre und der Heizfläche optimiert.

Defekte bei den Flammrohren erkennen

Ein Defekt an den Flammrohren äußert sich im Regelfall durch eine Fehlermeldung des Ölbrenners.

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Moderne Anlagen schalten sich aus, um Risiken und Schäden zu vermeiden. Oftmals sind Dichtungen an den Flammrohren beschädigt oder Löcher haben sich im Material gebildet.
Damit solche Notfälle vermieden werden, sollten Sie die Heizungsanlage regelmäßig warten lassen. Ein Heizungsmonteur überprüft und reinigt das System und erkennt mit einer hohen Wahrscheinlichkeit sich bereits anbahnende Beschädigungen.

Muss am Flammrohr eine Dichtung ausgetauscht werden, dann kann diese Aufgabe in der Regel direkt bei der Heizungswartung ausgeführt werden. Ein Austausch der Flammrohre ist unter anderem dann erforderlich, wenn Verformungen am Bauteil vorliegen. Wurde der Fehler identifiziert, dann müssen Sie abwägen, ob Sie lediglich die Flammrohre austauschen möchten oder ob Sie in einen neuen Brenner investieren möchten. Entscheidend sind der Zustand und das Alter der Bauteile.

Eine Heizungsanlage sollte – wenn möglich – rund alle 15 Jahre gegen eine moderne Ausführung ausgetauscht werden, um einen niedrigen Energieverbrauch sicherzustellen.