Gasthermen Modelle im Überblick

Wer eine Gastherme kaufen möchte, steht schnell vor einer verwirrenden Fülle an Modellen, Bauarten und Preisen. Ob Kombigerät oder Speicherlösung, ob Wand oder Boden: Die richtige Wahl entscheidet über Komfort und laufende Kosten. Dieser Ratgeber vergleicht Hersteller und Preise und gibt die wichtigsten Tipps vor dem Kauf.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Wer eine Gastherme kaufen möchte, erhält heute ausschließlich Brennwertgeräte. Sie liefern Heizwärme und Warmwasser auf kleinem Raum.
  • Wandhängende Gasbrennwertthermen kosten je nach Modell rund 2.200 bis 3.800 Euro, Kombithermen etwas weniger, bodenstehende Geräte mehr.
  • Vor dem Kauf sind Leistung, Warmwasserbedarf, Gasanschluss und die Abgasführung zu klären.
  • Eine reine Gastherme ist nicht mehr über die BEG förderfähig. Zuschüsse gibt es nur in Kombination mit erneuerbaren Energien.

Modelle und Preise im Vergleich

Alle großen Hersteller bieten ausgereifte Gasbrennwertthermen an. Die folgende Übersicht zeigt drei verbreitete Modelle mit ihren Listenpreisen als Orientierung ohne Montage.

Modell Hersteller Listenpreis Highlights
Logamax plus GB172 Buderus Logamax plus GB172 Buderus Größe 14: 2.215 €
Größe 20: 2.340 €
Größe 24: 2.370 €
Größe 24 K: 2.815 €
effiziente Pumpentechnik, kompakte Bauform
ecoTEC plus Vaillant ecoTEC plus Vaillant VC 146 (bis 15,2 kW): 2.850 €
VC 206 (bis 21,6 kW): 2.920 €
VC 266 (bis 27 kW): 3.010 €
breites Leistungsspektrum, langlebiger Wärmetauscher
Vitodens 200-W Viessmann Vitodens 200-W Viessmann bis 13 kW: 2.775 €
bis 19 kW: 3.200 €
bis 26 kW: 3.400 €
bis 35 kW: 3.600 €
an alle Wärmebedarfe anpassbar, hoher Wirkungsgrad

Wie hoch sind die Gesamtkosten?

Neben dem Gerät bestimmen Zubehör und Montage den Preis. Die folgende Aufstellung zeigt die einzelnen Positionen inklusive der laufenden Kosten.

Modell und Kostenkomponenten Preis
Gastherme wandhängend 1.900 bis 3.000 €
Gasbrennwerttherme wandhängend 2.200 bis 3.800 €
Gasbrennwerttherme bodenstehend 2.800 bis 5.200 €
Gasetagenheizung 3.700 bis 6.200 €
Kombitherme 2.700 bis 3.200 €
zusätzlicher Warmwasserspeicher (250 bis 350 Liter) 900 bis 1.100 €
Erdgas pro Jahr (EFH 100 m², ca. 25.000 kWh) 2.500 bis 2.900 €
Flüssiggas pro Jahr (EFH 100 m²) ab ca. 2.500 €
Gasanschluss (falls nicht vorhanden) 1.600 bis 2.100 €
Verrohrung 150 bis 750 €
Abgasrohr bei Brennwerttechnik 800 bis 1.000 €
Installationskosten 600 bis 2.550 €
Wartung und Reinigung 190 bis 250 €
Schornsteinfegerprüfung 70 bis 90 €

Die jährlichen Gaskosten beruhen auf einem Gaspreis von rund 11 Cent je Kilowattstunde (Stand 2026). Da Neukundentarife oft günstiger sind, lohnt ein regelmäßiger Preisvergleich. Zusätzlich verteuert die CO2-Bepreisung fossile Brennstoffe, was bei der langfristigen Kostenrechnung zu berücksichtigen ist.

Infografik zum Kauf einer Gastherme

Bauarten: Kombitherme, Brennwerttherme und mehr

Bei der Auswahl spielt die Bauart eine zentrale Rolle. Eine Kombitherme erwärmt das Warmwasser erst im Moment der Entnahme und kommt ohne Speicher aus, was Platz spart. Für höheren gleichzeitigen Warmwasserbedarf ist ein Durchlaufprinzip mit Speicher oder eine Therme mit angeschlossenem Warmwasserspeicher besser geeignet. Moderne Geräte sind praktisch immer Brennwertgeräte. Klassische Heizwertthermen ohne Brennwertnutzung dürfen für Neuinstallationen nicht mehr eingebaut werden. In Mehrfamilienhäusern kommt statt einer Zentralheizung häufig eine Etagenheizung je Wohnung infrage.

Überlegungen vor dem Kauf

Vor dem Kauf sollten einige Punkte geklärt sein. Zunächst muss ein Gasanschluss vorhanden oder herstellbar sein, andernfalls kommt nur eine Flüssiggaslösung infrage. Die passende Leistung wird über eine Heizlastberechnung ermittelt, damit die Therme nicht überdimensioniert ist. Auch der Warmwasserbedarf entscheidet über die Bauart. Zunehmend interessant ist die Gas-Hybridheizung, die den Gasbrennwertkessel mit einer Wärmepumpe oder Solarthermie verbindet und so die Vorteile beider Systeme nutzt.

Ablauf: von der Auswahl bis zur Inbetriebnahme

Wer eine Gastherme kaufen will, geht am besten strukturiert vor. Zunächst ermittelt eine Heizlastberechnung die passende Leistung. Anschließend werden Bauart, Modell und Ausstattung festgelegt und Angebote eingeholt. Für den Einbau ist ein zugelassener Fachbetrieb zuständig, der das Altgerät demontiert, die neue Therme montiert, die Abgasführung anpasst und den Kondensatanschluss herstellt. Zum Abschluss folgen Inbetriebnahme, hydraulischer Abgleich und Einweisung. Bei einem unkomplizierten Gerätetausch ist die Anlage oft innerhalb von ein bis zwei Tagen betriebsbereit. Wer diese Schritte kennt, kann Angebote besser vergleichen und die Kosten realistisch einschätzen.

Wartung und Lebensdauer

Nach dem Einbau ist eine jährliche Wartung durch einen Fachbetrieb empfehlenswert, bei der Brenner, Wärmetauscher, Kondensatablauf und Regelung geprüft werden. Die Kosten liegen meist bei rund 190 bis 250 Euro pro Jahr, hinzu kommen die Gebühren des Schornsteinfegers. Bei guter Pflege erreicht eine moderne Gasbrennwerttherme eine Lebensdauer von etwa 15 bis 20 Jahren. Ein hydraulischer Abgleich und eine sauber eingestellte Regelung sorgen dafür, dass das Gerät möglichst oft im sparsamen Brennwertbetrieb arbeitet, und verlängern zugleich die Lebensdauer der Komponenten. Wer regelmäßig wartet, beugt teuren Ausfällen vor und hält den Verbrauch niedrig.

Warmwasserkomfort bedenken

Bevor Sie eine Gastherme kaufen, lohnt ein Blick auf den Warmwasserkomfort, denn er entscheidet über die passende Bauart. Eine Kombitherme erwärmt das Wasser im Durchlaufprinzip und liefert es unbegrenzt, stößt aber an Grenzen, wenn an mehreren Zapfstellen gleichzeitig warmes Wasser gebraucht wird. Eine Therme mit angeschlossenem Speicher hält dagegen eine Reserve bereit und ist bei hohem oder gleichzeitigem Bedarf komfortabler. In kleinen Haushalten genügt oft eine kompakte Kombitherme, während größere Familien von einem Speicher profitieren. Auch die gewünschte Auslauftemperatur und die Zahl der Bäder spielen eine Rolle. Wer diesen Bedarf im Vorfeld realistisch einschätzt, vermeidet spätere Komforteinbußen und wählt ein Gerät, das dauerhaft zum Haushalt passt.

Wer eine Gastherme kaufen möchte, trifft die beste Entscheidung, wenn Leistung, Bauart und Warmwasserkomfort zum Gebäude passen und die Gesamtkosten über die Nutzungsdauer im Blick bleiben. So lässt sich ein Gerät finden, das zuverlässig, sparsam und langfristig wirtschaftlich arbeitet.

Ein Angebotsvergleich mehrerer Fachbetriebe hilft zusätzlich, Preis und Leistung realistisch einzuordnen und versteckte Kosten zu vermeiden.

Gastherme kaufen und Förderung prüfen

Eine reine Gastherme ist seit Inkrafttreten des Gebäudeenergiegesetzes nicht mehr über die Bundesförderung förderfähig, da nur Heizungen mit hohem Anteil erneuerbarer Energien bezuschusst werden. Wer Fördermittel nutzen möchte, sollte die Therme als Teil einer Hybridlösung planen. Zu beachten ist außerdem der neue rechtliche Rahmen. Das Gebäudeenergiegesetz wird durch das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) abgelöst, das Bundestag und Bundesrat am 10. Juli 2026 beschlossen haben. Es lässt die starre 65-Prozent-Regel entfallen und macht die Vorgaben technologieoffener: Öl- und Gasheizungen bleiben zulässig, die Förderung bleibt bestehen. Sie soll neue Heizungen technologieoffener zulassen, ab 2029 aber einen steigenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe verlangen. Angesichts steigender CO2-Kosten lohnt es sich, vor dem Kauf einer neuen Gastherme abzuwägen, ob eine Kombination mit erneuerbaren Energien nicht die langfristig wirtschaftlichere Lösung ist.

Bio-Treppe: das neue Kaufkriterium bei Gasthermen

Beim Kauf einer neuen Gastherme kommt seit dem Gebäudemodernisierungsgesetz ein Kriterium hinzu, das es früher nicht gab. Für neu eingebaute Geräte gilt die Bio-Treppe:

Zeitpunkt Mindestanteil grüner Gase
ab 1. Januar 2029 mindestens 10 Prozent
ab 1. Januar 2030 mindestens 15 Prozent
ab 1. Januar 2035 mindestens 30 Prozent
ab 1. Januar 2040 mindestens 60 Prozent

Prüfen Sie deshalb vor dem Kauf drei Punkte: die Herstellerfreigabe für Biomethan, die Eignung für eine spätere Wasserstoffbeimischung und die Zusage des Fachbetriebs, die erforderliche Unternehmererklärung auszustellen. Der grüne Anteil selbst kommt über das Gasnetz und wird vom Lieferanten bescheinigt. Bei Angeboten lohnt der Blick, ob ein Gerät nur den heutigen Anforderungen genügt oder auch die Stufe von 2035 mitträgt.

Häufige Fragen zum Kauf einer Gastherme

Was kostet eine neue Gastherme?

Für eine Gas-Brennwerttherme inklusive Einbau sind je nach Bauart und Ausstattung rund 3.500 bis 8.000 Euro einzuplanen. Kombithermen ohne Speicher sind günstiger, Geräte mit integriertem Warmwasserspeicher teurer.

Kombitherme oder Therme mit Speicher?

Eine Kombitherme erwärmt das Warmwasser erst bei Bedarf und ist platzsparend, kann aber bei hohem Gleichzeitigkeitsbedarf an ihre Grenzen kommen. Ein Speicher sorgt für konstanten Komfort, benötigt aber mehr Platz.

Ist der Einbau einer Gastherme 2026 noch erlaubt?

Ja. Mit Inkrafttreten des GModG, das das frühere Gebäudeenergiegesetz ablöst, gilt für neu eingebaute Öl- und Gasheizungen ab 2029 die Bio-Treppe. Eine Gastherme bleibt einbaubar, ist als reines Gasgerät aber nicht förderfähig.

Wie lange hält eine Gastherme?

Bei regelmäßiger Wartung erreicht eine moderne Gastherme etwa 15 bis 20 Jahre. Eine jährliche Wartung sichert den effizienten Betrieb und beugt Störungen vor.